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(9) Ein gleiches gilt von den Beſtandtheilen des Augits. Das von VAucQugLIN unterſuchte Foſſil nennt dieſer, mit Nauy Pyroæene. Mir ſchien Letzterer, nach der davon im Journal d. Phyf. Meſſidor- An. VI. p. 80. 81. befindlichen kurzen Karakteriſtik ganz mit dem Augit übereinzukommen, und Hr. v. BucR, welcher das Foffil vor etwa 8 Monaten in
Paris felbſt ſah, es auch häufig mit den Italieniſchen Lavne ge-
ſammelt hatte, beſtätigt meine Vermuthung.
(10) Ich kann mich noch immer nicht überzeugen, daſs
EBEN'S Schüllerſpath von der Baſte am Harz,
Hr. FREIEST (vid. Mineralog. Bemerk. über das Schillernde Fofſil u. f. w.
von J. C. FREIESLEEEN, Leipzig 1794.) eine ſelbſtſtändige Gattung ausmache. Er ffimmt ſowohl in den Beſtandtheilen, als auch in den weſentlichſten äuſseren Merkmahlen, mit der fornblende ſehr überein; darum rechne ich ihn zur Gattung der Letzteren als eine beſondere Art, und unter dem fyſtema- tiſchen Nahmen: Schillernde Hornblende.
(11) VAUCQUETINS Schmaragdit, den ich hier aufge- nommen, iſt das in Rom unter dem Nahmen Verde di Conſica bekannte, und bisher nicht klafſifizirte Foffil. Es hat einen beträchtlichen Antheil Chromkalk, weniger Thonerde, und weit mehr Kalkerde in der Miſchung, als die Hornblende, daher mag dies ſchöne Foffil von nun an ſeine eigene Rolle unter den Erd- und Steinarten ſpielen. SAussURES Schma- ragdit(Voyages dans les Alpes Tom. V.§. 1313.) gehört nur zum Theil hieher; befonders iſt das Foſſil, welches er zwiſchen Inwrea und Vareggio fand, etwas ganz anders. Es kommt ſehr mit der Schillernden Hornblende überein, findet fich auch bei Prato im Toskaniſchen, und in der Grafſchaft Glatz bei Neurode.
HAUV hat(Journ. d. mines XXVIII. p. 272.) ganz nach SAuVSSURE sich gerichtet.
(12) Zum Staurolith gehört der fogenannte Basler Tauf- ſtein, auch der ſchwarze Granatit. Gewohnlich find dieſe Fof- lllien bisher mit zur Hornblende gerechnet worden; da fie aber nach VAuuELIN Kkeine Talkerde enthalten, ſo machen ſie eine beſondere Gattung aus. Den Nahmen derſfelben ent- lehne ich von de la Metherie.(Manuel d. Mineralogiſte à Paris 1792. T. I. p. 299. Vol. 1.) Seine zweite Varietät iſt ein eige- nes hieher nicht gehöriges Foſſil, wovon weiter unten das Nähere folgt.
Übrigens find der Augit, die Hornblende, der Schmaragdit nnd Staurolith ſo nahe mit dem Schörl und Melanit verwandt, daſs fie nicht füglich in verſchiedenen Ordnungen vertheilt wer- den dürfen. Deshalb habe ich jezt auch die Hornblende unter die Kieſelarten verſezt; wiewohl ich im voraus weils, daſs man hiemit nicht überall einverſtanden fein wird. Die Vor- rede enthält mehrere allgemeine Prinzipien über die orykto- gnoſtiſche Klaſſifikazion, welche hier ihre ſpezielle Anwen- dung finden. Weitläuftiger kann ich mich weder hier noch bei ähnlichen Gegenſtänden darüber auslaſſen; ſonſt würden diefe Anmerkungen zu Abhandlungen anwachſen. (13) Da der Thumenſtein in mancherlei Rückſicht vielfältigen Anſtoſs gefunden, und die Franzoſen uns jezt ein beſſeres in allen lebenden Spraehen brauchbares Gattungswort dafür gelie- fert haben; fo finde ich kein Bedenken dieſes aufzunehmen. Er heiſſe alſo mit HAuy(I. c. P. 264.) Ainit, weil in der That feine Kryſtalle beſonders durch die eigenthümliche Art des Zuſammenhangs einem geſchärften Beile ähnlich ſehen.
(a4) Die Beſtandtheile des Amethiſts kennen wir nun beſſer als ehehin, da man ſich mit des Herrn AcHARp Angaben be- gnügen mufste. Herr Aſſeſſor Rosz hat ihn einer wieder- holten Zerlegung unterworfen, und mir erlaubt, die erhalte- nen Refultate, mittelſt der Tabelle, mitzutheilen.— Ob der Bergkryſtall nach BERGMANN'S Angabe b pro Cent Thonerde enthält, mufs ich dahin geſtellet ſeyn laſſen; mir iſt es unwahrſcheinlich; eben ſo die Gegenwart der Talk- und Kalkerde im gemeinen Quarz nach Gurron. Aber
Anmerkungen.
auch hier fehlt noch eine richtigere Analyſe, oder beſſere
Auswahl der zu prüfenden Varietät. Zum Milchquarz gehört auch der
führte roſenrothe. Gelenkquarz nenne ich den ſonſt fogenannten elaſtiſchen Stein.
Seiner phyfiſchen Eigenſchaft wegen führe ich ihn nicht beſonders auf. Denn dieſe iſt ja längſt an gewiſſen Varietäten feinkörnigen Kalkſteins ebenfalls entdeckt, welche deshalb nicht als eine eigene Art betrachtet werden; ſondern, weil er ausge- zeichnet fein und rundkörnig abgeſonderte Stükke, und auf den Ab- loſungen Fettglanz hat, auch ſehr leicht zerſpringbar iſt; ſo finde ich ihn völlig zu einer eigenen Art qualifizirt. Genau be- trachtet iſt er aber gar nicht elaſtilch, fondern gelenkig, daher die Veränderung in der Nomenklatur.
(15) Wenn der gemeine Kiefelſinter(aus Kamtſchatka und von der Solfatara) oder Kieſeltuff erſt wird chemiſch geprüft und SANTT'S Perlſinter, in Rückficht der Gegenwart der Kalk- erde nochmals unterfucht ſeyn; dann läſst ſich genauer be- ſtimmen: ob es bei der von mir verſuchten Klafſifikazion der 3 Arten bleiben kann, oder nicht. Was ich unter der erſten Art: Geyſerſinter verſtehe, ergibt ſich aus K APROTR'S Bei- trägen II. S. 112.
(16) Der Hyalith(das Müllerſche Glas) iſt wegen des groſsen Antheils von Kalkerde, ſo weſentlich vom Chalcedon als vom Opal verſchieden, wohin der eine oder andere Oryktognoſt ihn noch rechnet. Die kleintraubige äuſsere Geſtalt, das Sturk- glänzende des muſchlichten Bruchs, fein hoher Grad der Durch- ſichtigkeĩt zeichnen ihn auch äuſserlich fehr aus. 4
(17) Der chemiſche Charakter des Opals beſteht in der Miſchung von Kieſelerde und Waſſer; Thonerde, Kalkerde und Eiſen, find nicht allein Nebenbeſtandtheile, ſondern hier felbſt nur als zufällige Miſchungstheile zu betrachten. Deshalb habe ich den Opal jetzt unter die Kieſelarten aufgenommen, und daher find alle übrige von mir gemachte Veränderungen
ehedem ſpeziell aufge-
erklärbar. Man findet aus dieſem Grunde den fogenannten Halbopal
von Telkebanya welchen KLAFROTH(Beitr. II. S. 162— 164) unterfucht hat, nicht darunter begriffen, dagegen diejeni. gen Beſtandtheile bei dem Halbopal angegeben, welche Hr. SruokE in dem von Frankfurt am Mayn entdeckt hat. Jenes Fofſil enthält, wo nicht mehr, doch wenigſtens eben fo viel, Eiſenkalk als Kiefelerde. Auch ſein beträchtliches eigenthüm- liches Gewicht ſchliefst ihn von dem Halbopal aus. Es beträgt nach meinen Verſuchen 2,5400, dagegen das des lauchgrünen ächten Ungriſchen Halbopals nur 2,6895.
Hr. KrAPROH ſfchlägt vor, das Telkebanyer Foſſil mit dem Nahmen Opal-Eiſenſtein unter die Eiſenerze zu verſetzen. Mich dünkt, es nähert fich verſchiedenen Varietäten des gemei. nen Jaspis ſehr, und vor der Hand mag es hier einrangirt werden.
KLAPROTH'S Menilt ſcheint mir auch nichts anders zu ſeyn als eine Opalart. Er heiſst in meinem Syſteme Leberopal, weil feine leberbraune Farbe auf friſchem Bruche ganz karakte.
riftiſch iſt. Sie rührt vermuthlich von dem beigemiſchten Koh- lenſtoff her. 2fe. 1e
(18) Ich finde keinen Crund den Plasma für eine befondere Gattung zu halten; er iſt aber ohne Zweifel eine eigene Art der Chalcedon-Gattung. Daſſelbe gilt vom Kachelong, den ſchon der verſtorbene Wipz MaNX als folche betrachtete. Seine auſsere Beſchreibung diefer Chalcedon-Art(deſſ. Mineral. 8. 324.325) verdient indeſſen noch eine weſentliche Ergänzung; denn wenn der Kacholong ganz friſch iſt, hat er inwendig Perl- mutterglanz und grobkörnig abgeſonderte Stinke; wodurch er alfo leicht vom gemeinen Chalcedon, wie auch vom Opal unter- ſchieden werden kann. 4 9415b
(19) Der Eiſenkieſel, welchen BrüuMENBAGH ſchon be- kannt gemacht hat,(6. Aufl. feiner Naturgeſch. S. 539.) iſt wohl nicht, wie dort ſteht, mit 3 fondern mit 6 Flächen zuge- ſpitzt. Ich habe von der rothen Abänderung ſchon vor einigen


