Vorrede.. HBuyui
qarin befindlichen Erzlager bin ich bloſs darinn von ihm abgewichen, daſs ich nur den Eiſenſtein als eine eigene Art, und zwar zum Uebergangs-T. honſchiefer gehörig aufgeführt habe. Die übrigen ſcheinen mir nicht ausgedehnt genug zu feyn.
Die Flöz-Gebirgsarten geben zu den reichhaltigften Bemerkungen Veranlaffung, und hier iſt ganz vorzüglich die Aufluchung der Schichtungsverhältniſſe und des relativen Alters, von dem gröſsten Nutzen für den praktiſchen Bergmann. Ich muſs mich aber auf nachftehendes einſchränken.
Der Flöz-Thonichiefer grenzt ſo fſehr an den UÜbergangs-Thonſchiefer, daſs er künftig vielleicht ganz wegfallen dürfte. 1
Eine felbſaſtändige Steinkohlen-Formazion giebt es, nach meiner Uberzeugung, unter dieſer Klaſſe der
Gebirgsarten gar nicht. Was man zeither ſo genannt hat, gehört zum älteren Sandſtein oder Conglomerat, denn von mächtigen Lagern defſelben iſt dieſe Steinkohle mit dem dahin gehörigen Schieferthon unterteuft und bedeht.— Das ſpeciell aufgeführte Urfels-Conglomerat beſteht aus mehr oder minder abgerundeten Geſchieben von allerlei uranfänglichen Gebirgsarten, Z. B. Granit, Gneis, Glimmerſchiefer etc. In dieſem finden fich die Steinkohlen noch nicht, fondern über oder unter dem Kieſel-Conglomerat, welches Quarz, Hornſtein und Eieſelſchifer-Geſchuebe ſtatt des Granits etc. enthält.
Das Rothe und Weiſſe Liegende find ein wahres Conglomerat, und müſſen daher noch als Arten des älte- ren Sandfteins betrachtet werden. Sie bedekken die Steinkohlen, und liegen bekanntlich unter dem Kupferſchiefer. Der bei dieſer Formation aufgeführte Thonartige Eiſenflein iſt noch etwas älter, als das Rothe Liegende; denn mit ihm find die Steinkohlen zuweilen deuulich geſchichtet. Deshalb ſteht er voran.
Da es erwieſen iſt, daſs der Flözkalkſtein drei von einander ſehr abweichende Formationen bildet; wovon die eine unter dem Steinſalz oder älteren Gips, die zweite hingegen darüber gelagert iſt, und die dritte fogar den Jüngeren Gips bedeckt; ſo muſsten Ausdrücke gewählt werden, wodurch man fie leicht von einander unterſcheiden kann. Ich nenne daher die Aeltefie der drei Formationen mit ArEXANDER v. HuMBOEDT Appen-allſlein, nach deilen Beobachtung der Flözkalkſtein der hohen Alpen mit dem Zechſicin in Thüringen gleichzeitigen Urſprungs iſt.
Unter den Arten deffelben findet man auch Pechhohle aufgeführt, weil die zweite der mir bekannten Steinkohlen-Formation im Alpenkalkſiein liegt, und hauptfächlich aus Pechkohle beſteht.
Steinfalz und älterer Gips find als koordinirte Formationen zu betrachten. Sie haben eine und die- ſelbe Unterlage— den fo eben erwähnten Alpenkalkſtein. Indefſen giebt es Gips, welcher im Steinſalz ſelbſt liegt. Dieſen führe ich daher als eine dorthin gehörige Art befonders auf, und unterſcheide davon die ſelbſaſtändige ältere Gips- Formation, welche ganz ohne Steinſalz vorkommt, aber deſto öfter Salzquellen führt, und Schwefel enthält. Der Stinlflein gehört hieher.
Ueber diefen Gips befindet fich der zweyte Kalkſtein, welcher am Jura herrſchend und deshalb hiervon benannt iſt Viele der berühmteften Höhlen find ſein Eigenthum, und die Rauchwakke in Thü- ringen iſt damit gleichzeitig.
Hierauf gelagert finden wir den Jüngeren(feinkörnigen) Sandſlein, in welchem keine Steinkohlen mehr zu fuchen find. Ich habe ihn zwar noch nach den Bindemitteln eingetheilt, gebe aber wenig dar- auf, weil es fich erſt noch zeigen muſs, in wie fern dieſe Abtheilung wirklich geognoſftiſch gegründer iſt.— Dals der Roogenſtein hieher gerechnet wird, iſt dagegen unbedenklich.
VUeber dieſem Sandſtein kolt in der Schichtung der Flöz-Gebirgsarten der. /ungere Gips, welcher keine. Salzquellen führt, gewöhnlich ftrahlig oder faſerig, und in der Regel mit vielem Thone verunreiniget ift. Zuweilen verdrängt der Thon ihn ganz.
Ob die Kreide wirklich eine ganz beſondere Formation ſein mag, der mit dem Jüngeren(oberften) Kallhſtein gleichzeitig iſt? werden künftige Beobachtungen ergeben. Einſtweilen habe ich fie noch für fich aufgeführt, und zwar garz zulezt, weil fie mir noch ſpäteren Urſprungs als jener Kalkſtein zu ſein ſcheinet.— Wuarum die von WERNER im Bergmänniſchen Journale vielfältig beleuchteten, und allmählig immer beſſer beſtimmten Trapp-Gebirgsarten von einer beſonderen Formazion, hier zu einer eignen Klaſſe erhoben find? darüber lieffe fich ein ganzes Buch ſchreiben. Vor der Hand muſs ich damit begnügen, an die Haupt- umſtände zu erinnern. Einmahl ſpringt die Schichtung der Trapp-Arten überall ſo londerbar hervor, daſs fich nirgends angeben läſst, wo fie in der Reihe der Flöz-Gebirgsarten folgen müſste. Hier find die äl- teſten uranfänglichen Gebirgs-Formationen, Granit, Gneis, Glimmerſchiefer; dort das Steinkohlen Conglo- merat, und an einem dritten Orte der jüng Flozſandſtein damit bedekt. Und anderen Theils betrachte man die Mafſen ſelbſt. Sind das gleicharlige Niedeyſchläge, oder an einander gekittete Uberbleibſel zer- trümmerter Urgebirgsarten? Keinesweges- Die verſchiedenſten Foflilien von den mannigfaltigſten Formen find im Bafalt und Mandelftein vorhanden, und der darauf gelagerte Grünflein zeigt alle Spuren einer
kryſtalliniſchen Bildung feiner Gemengtheile. Hieher gehört nun auch die dritte der bekannten Steinkohlen-Formazionen. Das Bitumindſe Holz des
Meisners und Habichtswaldes muſs dabei eingeſchaltet werden..
Bei den Aufgeſchawemmten Gebirgs-Arten iſi die Nagelfluh,(eine oiel. jungere Verkittung von Geſchieben mancherlei Gebirgsarten, als das Conglomerat, wozu fie fonſt gerechnet worden) hinzugekommen. Die- jenige Nagelfluh, welche 5/5 auis Porphyr beſteht, ſcheint zu ausgezeichnet, als daſs fie nicht von der- jenigen, welche alle übrige Urgebirgsarten untereinander enthält, getrennt werden ſollte. Daſs die Kalk- Nagelfluh von beiden verſchieden iſt, verſteht fich von felbſt.
Bei dem Kalktuff macht der Travertino eine beſondere Art aus. Ich rechne hieher aber auch den Karlsbader Sprudelftein und ähnliche aufgeſchwemmte Kalk-Erzeugniſle. ug) as,
In Anfehung der Vulkaniſchen Gebirgsarten bin ich ganz von der bisherigen Methode abgegangen.
Was kann man fich für geognoſiiſche Verhäleniſfe bei dem Untéerſchiede: Glaſige, dichte und löcherige Lava den- ** 2


