Teil eines Werkes 
Textbd (1824) Reise zum Tempel des Jupiter Ammon in der lybischen Wüste und nach Ober-Ägypten in den Jahren 1820 und 1821. Textbd
Entstehung
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Fig. 1. Ein groſser Mumiensarg aus Sykomorusholz, fast wie eine Art Tempel gestaltet, an jeder Seite bemerkt man sogar eine scheinbare Thüre. Die Figuren sind in Relief ausgeschnitten und eingesetzt, die Hieroglyphen vertieft, und das ganze bemalt, obgleich die Farbe groſsentheils verblichen ist. In der Mitte steht auf der hier sichtbaren schmalen Scite Isis, auf der entgegengesetzten Buto; die anderen Figuren sind Anubis, Osiris, Helios und der dem Monde geweihte Kynokephalos. Unter der Wölbung stehen zwei weinende Augen mit angefügtem Krummstab, Symbole des Osiris(Plutareh. de Is. et Osir. e. 51.), und dazwischen eine Laute. Ein kleinerer Sarkophag, ganz von derselben Gestalt, dessen nachlässige Malereien fast gänzlich verwischt sind, und in welchem sich zwei Kindermumien befinden, hat folgende Inschrift in groſsen Charakteren:

CENCAœo KAI TKATOI AAGAOH. Sensaos und Tkauthi, seine Schwester.

Die harte Verbindung der Consonanten in dem Namen des Mädchens, ist im Aegyp- tischen nicht ungewöhnlich. Eine von Herrn Drovetti zu Kasr Zayan in der groſsen thebaischen Oase Kargch copirte Inschrift, die bereits durch Herrn Jomard in Carl- liaud's Loyage à l'Oasis de Thebes, Paris 1821., bekannt gemacht worden(ef. Letronne recherohes p. 237.), füngt nach einer von dem Herrn General mir mitgetheilten Abschrift mit folgender Zeile an:

AMGNHKI OGœl MéTICTaI TXON CMTPCOG KAI TOIC CTNNAOIC x. r.*. (sic).(sic)

Dem erhabenen Gott Amenekis Tchon Smyrsos und den Mitinhabern des Tem- pels u. s. w.(Das Uebrige bestätigt Hrn. Letro nnes Restitution). Ein dritter Sarg mit einer Kindermumie hat, auſser einer Zeile in ägyptischen Buchstaben, die griechische Inschrift:

OPalNICG HPaKkAsOT cB. Phaminis, Sohn oder Tochter des Herakleios.

In der äuſseren Gestalt sind diese Särge manchen in Lycien, Rhodus und Karien gefundenen Steinsarkophagen nicht unähnlich; m. s. Aingsleg's views of the Ottoman em- pire. 1803. pl. 1. 6. 8. 9. und R. M alpole's travels in various countries of tee East, Lond. 1820.

Fig. 2. a. bB. In den gröſseren Mumiensärgen findet man zu den Füſsen der Leiche Kleine bemalte Kasten, wie der hier dargestellte, etwa einen Fufs hoch und breit, welche mumisirte Gegenstände enthalten, deren Untersuchung indeſs sehr schwierig ist. Wir wissen durch Herodot(II, 86.) und Diodor(I, 91.), dals man bei dem Mumisiren das Gehirn und die Eingeweide aus den Leichen herausnahm. Porphyrius(de absei- nentia II, 10.) ergänzt dieses durch die Nachricht, daſs man die Eingeweide(νν ²ιυ⁴αν) in einem Kasten(·iar⁴e) besonders beisetzte, dieses Gefäfs heraus an die Sonne trug, und einer der Taricheuten, die priesterlichen Rang hatten(Diodor 7..), für den Abgeschiedenen folgendes Gebet sprach, welches der Aegypter Euphantus ins Griechische

übersetzt habe:O Sonne, Herrscher! und ihr Götter alle, die den Menschen das Leben