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verleihen! nehmt mich auf, und übergebt mich den ewigen Göttern zum Wohnungs- genossen! Denn ich habe den Göttern, die meine Eltern mich lehrten, in Frömmigkeit gedient, so lange ich in jener Zeitlichkeit das Leben hatte, und die Erzeuger meines Leibes habe ich immer geehrt; ich habe keinen Mord begangen, kein Pfand veruntreut, mit keiner unsühnbaren Schuld mich befleckt. Habe ich aber in meinem Leben gesündigt, essend oder trinkend von Verbotenem, so habe ich nicht durch mich gesündigt, sondern durch diesen.“ Bei diesen Worten zeigte der Tarichent auf das Kästchen, welches die Eingeweide enthielt, und warf es in den Strom. Entweder geschah nun dies letztere nicht immer, oder nicht mit allen Theilen, oder, was noch wahrscheinlicher ist, man warf jenen Kasten zwar in den Nil, nahm ihn aber wieder heraus, um die entsühnten und durch das heilige Wasser gereinigten Theile mit der übrigen Leiche beizusetzen. Die darin enthal- tenen Stücke sind, jedes einzeln, mit Leinwand umwickelt. Auf diesen Kasten nun sind hier Fig. a. die vier Todtenhorte: Sonne, Mond, Osiris und Anubis dargestellt, und oben, Fg. 5., ruht der libysche Fuchs oder wilde Hund über dem Eingange des Grabes.
Fig. 3. a. b. c. Ein kleines Grab aus Kalkstein; an der einen Seite ist eine schein- bare Thüre(Fig. c) angebracht, es öffnet sich indeſs oben mittelst eines Deckels. Von dieser Art Gräber oder Urnen sind mehrere vorhanden. Auf dem hier abgebildeten sieht man Fig. a. den Sonnenfalken, und Fig. 5. zwei Todtenhorte, von denen die beiden ande- ren auf der verwischten vierten Seite dargestellt sind.
Eig. 4. Eine kleine vergoldete Kapelle. Wegen der Form derselben vergleiche man Tafel XXIX. Fig. 9. und Tafel XXX. Fig. 2.
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In dem eben beschriebenen groſsen Sarge(Tuafel XXXIV. Fig. 1.) erblickt man, nach Abhebung des sorgfältig eingefugten runden Deckels, einen Sarg von der hier dargestellten Form. Am Kinn bemerkt man einen geflochtenen Ansatz, der einen Bart darzustellen scheint, indels mit einem Bande befestigt ist(Tafel XXX. Fig. 1.). Da auf der Scheitel der Geier, das Zeichen der Weiblichkeit, fehlt, so ist diese Mumie unstreitig von männ- lichem Geschlecht. Das wunderbare Ansetzen des Bartes hat schon viele Vermuthungen veranlaſst; der wahre Grund scheint aber der zu seyn: das Scheeren des Bartes gehörte zu den religiösen Vorschriften, die Priester schoren sogar alle drei Tage den ganzen Leib(Herodot II, 37.); um indeſs jenen männlichen Schmuck nicht ganz zu entbehren, trug man diese, offenbar aus Haar geflochtenen, falschen Bärte. Der Herr Staatsratb Köhler zu Petersburg besaſs vor einigen Jahren eine griechische Gemme von ausgezeichnet schöner Arbeit, die einen sehr ehrwürdigen Kopf mit einem, ganz wie hier, geflochtenen Barte darstellte. Auf der Brust des Mumiensarges ist über den drei Streifen hieroglyphi- scher Schrift ein kleines Gemälde angebracht, wo ein Mann, wahrscheinlich der Todte selbst, vor einem Altar, mit aufgehobener Hand, Osiris und Isis anruft, die beiden Gott- heiten der Unterwelt(Herodot II, 123.). Das häufige Vorkommen der Isis, bei allem was auf die Todten Bezug hat, erinnert an jene Worte, die Apulejus dieser Göttin in


