428
de Is. et Osir. c. 37. f. Apulej. Metam. XI.„. 271.). Von der Schwierigkeit, die fal- kenköpßgen Gottheiten mit Sicherheit zu unterscheiden, war bereits oben die Rede (Kap. VI. S. 132— 134.); wahrscheinlich ist es indeſs hier Helios selbst, als Sonne der Unterwelt, und in gleicher Bedeutung mit Osiris, seinem Sohne(Hirt, Bild. der ägypt. Gotth. S. 40.). 3
Fig. b. Dasselbe Opfer wird dem Osiris dargebracht, wie die schwarze Farbe seines Gesichtes vermuthen läſst(oben S. 408.); hinter ihm steht Buto, mit einem kleinen Grabe auf dem Haupte(S. 410— 412.). Sowohl Buto als Isis haben einen langen Gür- tel, nach Art des Tafel XXX. Fig. 2. 3. vorkommenden, und beide erheben segnend die eine Hand.
Fig. c. d. Die vier Todtenhorte, Fig. c. mit dem Kopfe eines Hundes und Falken, Fig. d. mit dem eines Menschen und Kynokephalos; Anubis und Sonne, Osiris und Mond. Fig. d. sieht man oben den libyschen Fuchs auf dem Grabe ruhen, wie Tafel XXXII. Fig. 2., der hier eine Geiſsel und ein Sistrum zwischen den Füſsen hält.
Eig. 2. Auch dieses Bildwerk scheint zu einem ähnlichen Kästchen gehört zu haben, zeichnet sich aber dadurch aus, daſs die Figuren nicht blos gemalt, sondern in schwachem Relief in Sykomorusholz ausgeschnitzt sind. Zu oberst erblickt man in einem Schiff die Sonne, nämlich eine Scheibe, auf welcher der falkenköpfige Helios oder Phre, nieder- hockend, und das Zeichen des Heils und des Lebens auf den Knicen haltend, dargestellt ist. So wie die pferdeliebenden Griechen den Helios auf einem mit schönen Rossen
bespannten Wagen seine Bahn durcheilen lielsen, so glaubten die, an das beständige.
Schiffen auf dem Nil gewöhnten Aegypter, daſs Sonne und Mond in Kähnen den Himmel umkreiseten(Plutaroch de Ig. et Osir. c. 34.). Unter dem Sonnenschiffchen erblickt man einen Käfer, das Symbol des Vulkan und der Minerva(Horap. I, 12. f. Plin. H. N. XXX, 30.), aus denen Helios hervorging(Cie. de nat. Deor. III, 22. Oben Kap. VI. S. 141.). Wahrscheinlich beziehen deshalb auch die sieben Fische neben jenem Käfer sich auf die Minerva; und in der That kommt ihre Gestalt mit der des Latos auf den Münzen von Latopolis(Tohon medailles des nomes p. 60. 63.) genug überein, um sie für diesen anzuschen. Zu Latopolis aber wurde Minerva verehrt(Strabo XVvlr.„ 817.), wie die erhaltenen Reste ihres Tempels, in denen das Widdersymbol unzählige Mal vor- kommt, beweisen. Merkwürdig ist es, daſs noch ein anderer Fisch, der Oxyrynchus, der Minerva heilig gewesen zu seyn scheint(Tehon l. c. p. 119. 120.). Zu diesen heiligen Geschöpfen betet, knieend und mit erhobenen Händen, eine andächtige Frau.
Fig. 3. a. 5. c. Dieses zu Theben gefundene Kästchen enthält die Mumie einer Schlange, wahrscheinlich von der dem Ammon geweihten Art, die im Tempel desselben begraben wurde(Herodot II, 74.). Das heilige Geschöpf ist auch auf dem Deckel des Kästchens dargestellt, und auf den Seiten opfert ein Mann dem Uräus oder Basilisk, der von der Thermuthis nicht verschieden zu seyn scheint(Aelian. de nat. an. 4, 31.), eine Gans, noch ein reicheres Opfer ist Fig. 6. dargestellt, und Eig. c. ein Gebet mit ausge- breiteten Händen. Was aber dies kleine Denkmal besonders merkwürdig macht, ist die viermal wiederholte Inschrift in enchorischen Charakteren, in denen man deutlich von der


