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Wohnung dringen, wie Ratten und Mäuse(²)(welche zuweilen selbst in den Waben nisten), selbst an Fidechsen, Kröten, Spinnen etc. ,aber ganz besonders stellen ihnen einige, von dem süſsen Honig gelockte Thiere nach: Wespen() und Hornissen, besonders letztere, wenn es ihnen an Nahrung fehlt, beilsen sie auf und nehmen ihnen den Honig, gefährden so zuweilen ganze Schwärme. Der Immen- wolf(Merops Apiaster) palst ihnen am Flugloch auf. In groſsen Wäldern stellten ihrem Honig sonst die Bären schr nach und Krünit?z(¹) bildet noch manche Anstalten gegen diese Honigdiebe ab. Sehr gefährliche Feinde sind noch die Larven von Tinea cerellu Fabr.(Gulleria cereuna) und Tinea Mellomella Linn.(*)(¶le teigne de la Cire)(Fuusse teigne ou gulerie), welche die Zellen so durch- bohren, daſs der Honig herausläuft und die Bienen den Stock verlassen. Féburier sah von man- chen Stöcken kaum 200 Bienen übrigbleiben(**). Aber auch einander bekämpfen sie sich und es kommen Schlachten vor, wo die Hälfte bleibt. Wird eine einzelne Raubbiene ertappt, so ergeht es ihr auch schlecht; sie rettet sich aber oft dadurch, daſs sie ihren Rüssel herausstreckt und den ge- raubten Honig wiedergiebt, welchen die andern dann ablecken(²). Die Lebensdauer der † ist übri- gens kaum 1 Jahr. Christ() sagt, die Abnahme ihrer Leibeskräfte zeigt sich, nachdem sie einen Winter überlebten, an ihren grauen Haaren, zerrissenen Flügeln, Verminderung ihrer Gröſse und des Glanzes, den sonst eine junge Biene hat(F).— Ungerächt sterben aber wohl wenige Bienen, denn der Stachel ist eine selmelle umd empfindliche Waffe(†t), die sie gegen Menschen und Thiere ge- brauchen und diese selbt tödten können, wenn sie in Masse angreifen. Ungereizt stechen sie selten, nähern sich ihren Wohnungen aber Unbekannte, oder schlägt man nach ihnen oder beunruhigt sie, so stechen sie. Die Erscheinung, dals sie manche Menschen durchaus nicht dulden, andre sehr gut leiden, ja zuweilen eine rührende Anhänglichkeit für gewisse Personen äuſsern, erklären die Bienen- väter durch den verschiednen Geruch des Schweiſses. Bienen, die öfters von Menschen besucht wer- den, sind duldsamer als solche, die selten jemand anders als ihren Bienenvater sehen. Ihr Stich, der einen eigenthümlichen Geruch entwickeln soll() und bei welchem ein Tropfen einer wasserhellen Flüssigkeit aus dem Stachel tritt, ist schmerzhaft, und da er bei den meisten Personen rein entzünd- lich ist, so behandelt man ihn mit kühlenden Dingen, unter denen kaltes Wasser, frische Erde, ge- schabte Kartoffeln etc. gewöhnlich zuerst zu haben sind. Das Bienengift ist flüchtig und reagirt weder alcalisch noch sauer. Nur auf die Muskel-Substanz, nicht aber auf schleimartige Oberflächen bewirkt es einen Reiz, und ist im trocknen Zustande dem Viperngift in dessen Vchikel ähnlich, trocknet aber später aus und wird dann zähe und gummig. Es schmeckt bitter und löst sich in Wasser, nicht in
() W, 1V. Fig. 162— 165.—(²) Schirach, Thorley, Kirby u. Spence.—() Christ. a. a. O. F. 99.— ( F. 103.—(6) Christ a. a. O. F. 501.
() In America sollen einige Wespen so häußig seyn, daſs die Bienen dort gar nicht aufkommen. (1*) Diese letztere kam 1760 mit deutschen Stöcken nach Stockholm. Linn. Haun Suec. ed 2. Nro. 1383. G**) W. Kirby Ap. Angl. Vol. I. p. 314.
ch) Pie Bienen bewohnen oft lange Zeit(30 Jahre lang Réaum., 110 Jahre Phorley) dasselbe Nest und haben da-
her wohl bei Finigen die Vermuthung erzeugt als lebten sie auch so lange, so läßst sie Mouffet(Weatr. Ins. P. 210 z. B. 30 Jahre leben!
() Die Bienen scheinen schon den Stachel genugsam zu Kennen, denn als Huber denselben sammt der Giftblase einer Biene ausgerissen hatte und ihn einigen ruhig im Flugloche sitzenden Bienen vorhielt, geriethen diese in grolse Un- ruhe und fuhren zornig darauf los. War das Gift geronnen, so blichen sie ruhig.— Beim Präpariren einer Biene wurde
ich einst noch gestochen, nachdem das Thier lange im Wasser gelegen hatte und der Hinterleib schon vom Vorderleibe abgeschnitten war. Per Schmerz hielt aber nur 5 Minuten etwa an. Rg.


