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Apis. (Biene.) Latr.
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Honigbiene. 23

Weingeist auf, der gleich dem Oel, Honig, Ammonium, Speichel oder Harn keine Neutralisirung desselben bewirkt(¹).

Der Nutzen, den die Bienen gewähren, ist so groſs, dafs man die Bienenzucht die uner- kannte Goldgrube eines Staates genannt hat, und sie bei einsichtsvollem Betriebe jeden andern Zweig der Landwirthschaft an Ertrag übertreffen sah. Herr v. Ehrenfels, Besitzer von 1000 Stöcken, rech- net von 150 Stöcken einen reinen Gewinn von 1000 Gulden. In neueren Zeiten wird sie aber lei- der so vernachlässigt, daſs Baiern z. B. mehr als 1 Million Gulden allein für Honig und Wachs ins Ausland schickt. Nur in Westphalen, Würtemberg, Hannover, in der Ober-Lausitz und vielleicht auch noch in der Mark ist sie noch bedeutend. Im Hannöver'schen schätzt man den jährlichen Ertrag zu 300,000 Thaler. Man zeidelt gewöhnlich die schwersten und die leichtesten Slöcke, und setzt diejenigen zur Zucht zurück, die gerade ihren Ausstand haben(Teibimmen), d. h. sie müssen 25 30 pſund inncres Gut haben. Um den Wachs und Honig zu erhalten, zeidelt oder beschneidet mau die Stöcke, d. h. man schneidet mit dem Bienenmesser die Honigiafeln heraus. Finige schneiden (entweder schon im Herbst oder erst im Frühjahr) nur so viel heraus, als die Stöcke ohne Schaden entbehren können, Andre dagegen(besonders da wo Korb-Bienenzucht herrscht, namentlich bei uns) tödten die Bienen im Herbst im Korbe durch Schwefeldämpfe, und machen den ganzen Vorrath zu Gute, freilich ein grausames und auch von Vielen als unvortheilhaft verworfenes Verfahren. Wachs und Honig sind in Hinsicht der Ergiebigkeit oft im Gegensat?z, denn wir bekommen in wachsreichen Jahren wenig Honig und in honigreichen Jahren wenig Wachs. Eine Honigtafel von 1/ Quadrat kann in einem honigreichen Jahre über 12 Pfund wiegen, obgleich das dazu verbrauchte Wachs nur 8 10 Loth wiegt(Fébur.). Gewöhnlich erhält man aber nur zehnmal so viel Honig als Wachs, von letz- terem aus mittelmälsigen Stöcken 2 Pfund und aus groſsen Stöcken 3 Pfund. PDer grölste Theil des Honigs läuft schon von selbst aus dem Gewirke, wenn die Deckel der Zellen zerbrochen sind, wenn man es nur an die Sonne oder in die Ofenwärme stellt. Er heilst Jungfernhonig(Mel al- hum s. virgineum). Er ist consistenter als Syrup, vollkommen durchsichtig und klar, nicht körnig, gelb, heller der diesjährige, dunkler und oft sogar braunroth erscheinend der ein- oder zweijährige. Letzterer hat einen weniger lieblichen Geschmack, und ist immer etwas schärflich, fast säuerlich. Auch unterscheiden sich die diesjährigen Zellen von den älteren durch grölsere Weiſse, Zartheit und grölsere Zerbrechlichkeit. Sehr alter Honig(auch selbst der junge ausnahmsweise) wird körnig. Der Geruch ist eigenthümlich süſslich(honigartig). Um mehr Honig zu gewinnen, läſst man ihn ge- wöhnlich über gelindem Feuer aus. Sucht man aber noch mehr durch Auspressen zu gewinnen, so erhält man eine schlechtere, dunklere, trübere Sorte, den gemeinen Honig(Mel commune s. Ma- vum s. crudum). Nachtheilig ist diese Sorte aber nicht, und darf immerhin zum arzneilichen Gebrauch verwendet werden, wenn sie nur nicht durch Mehl, Amylum oder andre Dinge verfälscht ist, welche den Honig beim Kochen so dick machen, dafs er sich kaum durchseihen lälst. Sie verrathen sich auch durch den Bodensaiz, welcher bei der Auflösung des damit verfälschten Honigs zurückbleibt. Die nach dem Auspressen des Honigs zurückbleibende Masse ist Wachs(à). Fs wird durch Schmel- zen in heiſsem Wasser von dem letzten, noch anhangenden Honig und den zu Boden fallenden Un«- reinigkeiten befreit und dann in irdene oder hölzerne, tafel- oder kuchenförmige Gefäſse gegossen, deren Gestalt es erkaltet nach dem Herausnehmen behält. Dieses Wachs(gelbes Wachs, Cera

() Th. Schreger in Ersch n. Gruber. FncyMop. a a. O 146. (²) Ueber die Natur des Wachses, einer thierischen Absonderungsmasse, siche unsere Beschreibung 8. 180.