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Apis. (Biene.) Latr.
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Honigbiene. 15

wird aber auch wirklich wie eine Königin von den E behandelt, denn die letztern bilden immer ein Gefolge, bestreben sich, um sie zu seyn, ihr Honig anzubieten, sie zu streicheln, zu pulzen u. s. f. Die q(Mrolnen) dagegen genieſsen keiner solchen Achtung, sind auch sehr träge und unthälig und fliegen nur gegen Mittag bei gutem Wetter aus. In einem guten Stock darf man sie nur vom Mai bis in den August sehen. In dieser Zeit besorgen sie die Begattung des g, über die uns nur Hu- ber() einige befriedigende MNachrichten giebt und uns darin eine glaubwürdige Analogie mit den Ameisen zeigt. Die Begatlung wird nemlich wahrscheinlich in der Luft vollzogen. Den 1788, und wieder den wurde ein Stock bei schönem Weiter gegen Mittag beobachtet, als die in Menge ausgeflogen waren, und siehe da, das g flog auch davon(). Es kam zwar schon nach einigen Minu- ten wieder zurück, flog aber nach 4 Stunde wieder aus, nun aber so schnell, dafs es bald aus dem Gesicht verschwand. Es blieb etwa eine 4 Stunde weg und wurde bei seiner Rückkehr gefangen und untersucht: der letzte Bauchring war geöfſnet und mit einer weilsen Materie erfüllt Gpäter für die Ruthe erkannt, die nach der Begattung darin bleibt). Nach 2 Tagen schon war der Leib sehr aufge- schwollen und es waren schon an 100 EFier gelegt. Huber E) beobachtete sogar noch den eine Begattung. Da es aber schon kalt wurde, so legte das 2 erst im nächsten März. Man wird also schwerlich eine ganz nalürliche Begatlung mit ansehen können. Was Réaumur 6) bei seinen ein- gesperrten und g beobachtete und beobachten lieſs, war höchst wahrscheinlich eine ordentliche Be- gattung. Er beschreibt sehr hübsch wie unanständig und zudringlich das g sich dabei betragen habe, und wie phlegmatisch sich das ꝙ7 bei den Caressen des g benommen hälte, bis endlich das 2 auf das gestiegen sei und sich auf diese Weise die beiden Hinterleiber genähert und sich die ꝙ7 Ge- schlechtstheile heraus begeben hälten. Sonst haben die wohl keine andre Bestimmung, wenn- gleich Féburier's Meinung, sie trügen wegen ihrer Menge und Gröſse noch zur Vermehrung der Brulwärme bei, nicht unstalthaft ist, aber ein Geschäft machen sie aus dem Brüten gewiſs nicht, da- her ist der Name Prutbiene, couveuse lächerlich. Ihre Menge hält Huber deswegen für nöthig, weil sonst das einzige O lange vergeblich in den Lüflen herumsuchen müſste und Réaumur's Beobach- tungen zeigen, daſs die Menge der q, wegen ihrer Trägheit wenigstens nie schädlich werden wird. Im Angust, so wie ihre Bestimmung erfüllt ist, zuweilen schon im Juli, wie wir in einem blumen- armen Jahre beobachteten, macht ihnen die sogenannle Prolmenschlacht ein Ende. Réaumur's Be- schreibung derselben wird von Huber 6) bestätigt und noch durch viele Umstände erweitert. Schon

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der Honig ganz geraubt seyn, auch sollen letztere dann wohl den Raubbienen nachziehen und sich mit ihnen vereinigen. Das ist ein wichtiges Capitel in der Bienenzucht, da jede Biene durch die dargebotene Gelegenheit⸗ zur Raubbiene werden kann und solche von unredlichen Bienenvätern öfters absichtlch geduldet werden. Diese werden zuletzt so kühn, dafs sie auch volkreiche und beweibte Stöcke angreifen, wodurch harte Kämpfe oft entstehen Man trifft dagegen mancherlei Maſsregeln, macht z. B. das Flugloch des beraubten Stockes kleiner, befestigt Blenden daran etc. oder, wenn die Besitzer der Raubbienen unbillig sind, schreitet man zum Wegkangen. Man bepudert sie auch wohl, um zu schen wo sie her- kamen. Auch erkennt man sie an dem dunklern Honig, den sie bei sich habeu.

121 62) a 2. O. pP 503.(*) 6. a O. P. 202.

G) Huber(p. 315.) sperrte ein g 35 Tage ein und jeden Tag, wenn das Wetter schön war, erschien es gegen 11 Uhr am Flugloch und wurde sehr unruhig, wenn es nicht hinaus konnte Die q blieben zuweilen bis 4 Uhr Nach- mittags weg Es ist also Hattorf's Theorie, das O befruchte sich selbst, so wie De Braw's(Philos. Tr. Vol. 67) Meinung, als befruchteten die erst die gelegten Eier in den Zellen, und Swammerdamm's(Bihl. nat.) Annahme einer aura Seminalis widerlegt, besonders, da Huber(F. 2.) sah, dals das g nicht legte, wenn er die q in einer durch- löcherten Blechbüchse im Stocke absonderte. Fin 9 soll übrigens durch eine eiumalige Begattung wenigstens für 1 Rahr, sogar für 2 Jahre fruchtbar werden können. g. Lange daſ d. O his in d. 36e Generation ſruchkthar geoeben s. in Ober- laus. Bg. gemeinnütz. Arbeicen Bd. J. p. 59.

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