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Apis. (Biene.) Latr.
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14 ApIs MELILIoA.

richtet(en maniòre de Salactiies Huber). Sie sind birn- oder kugelförmig, mit geräumiger, mehr oder weniger bauchiger Höhlung und runder Oeffnung, werden oſft mit der Cupula der Ficheln ver- glichen und zeigen auf ihrer Oberfläche unregelmäſsige Eindrücke(Rudimente andrer Zellen)(Fig. 47. 48.). Christ versichert, dals diese öfters, nachdem sie ihren Zweck erfüllt halten, wieder abgetragen wurden. Der Zweck dieses unbegreiflich künstlichen Baues, den die eben auskommenden jungen Ar- beitsbienen eben so gut verstehen wie die alten, ist Vorrath von Nahrung und Unterbringung der Brut. Zur Frzeugung(*) der letztern sind nur die beiden Geschlechter, q und g(**) nöthig, welche die Anatomie hinlänglich characterisirt hat(s. Anat.). In jedem kräfligen Bienenslaale führt nur ein 2(**)(MWeisel) die Herrschaft, und sind deren mehrere, so mußs eins sterben oder der Staat sich in mehrere theilen(. Schwcrmen weiler unten); ist gar keines vorhanden, und kann es dem Stock auch nicht bald wieder verschafft werden, so geht er meist zu Grunde, denn die Arbeiter werden träge und traurig und lassen sich von andern(aubbienen)() den Honig aus dem Slock tragen. Das 9

6)Numerous, and wonderful for their absurdity, were the errors and fables which many of the ancients adopted and circulated with respect to the generation and propagation heiſst es schr richtig in Kirby and Spence Introduct. Vol. II. p. 121. Bald sollten die Bienen aus faulenden Körpern oder aus dem Gehirn entstanden seyn etc. s. auch: Over- beck Gedanen v. d. Bugonia der Alten in Hambhurg. verm. Schri/t. B. 3. St. 3.

C) Von den 3 Individuen und ihrer Bestimmung hatten die Aelteren oft die fabelhaftesten Vorstellungen, nach denen sie sogar Systeme bauten. Den Führer des Staats(das Weibchen) Konnten sie sich nur männlich vorstellen(daher auch jetzt noch der Name Weiser für das Q). Dieses befruchtete die Arbeitsbienen, welche alsdann Fier legten, und diese wurden von den Dronen(die sie für Geschlechtslose hielten) ausgebrütet(daher Bruchienen genannt). C. noch andre Meinungen und Systeme kurz zusammengestellt in Ers ch und Gruber 8. 117. u. f.). Nachdem Swammerdam, Réau- mur und Maraldi anatomisch die Weiblichkeit des Weisers erwiesen hatten, hielt man die Arbeiter fir Männ- chen. A. G. Schirach(Pastor zu Kleinbautzen) Kam endlich durch practische und theoretische Finsicht auf die rechte Bedeutung aller Individuen und vermuthete auch schon, daſs die Arbeiter mehr weiblich als männlich seien, nur nicht fortpflanzungsfähig, also Jungfern(wie er sich ausdrickt) zu ewiger Keuschheit verdammt. Der letzte Punkt ist immer wieder aufgenommen worden, aber von andern Leuten als jene anmaſsenden und durchaus rohen Zeitgenossen und Gegner Schirach's waren C. darüber Putsche in Ersch und Gruber a. a. O., und Treviranus a. a. O., auch ein Heer von Schriften z. B. Herold von der Besimmuns deg Dronen Mürnb. 1774. S.; Steinmetz von d. Geschl. d Pienen. Mürnh. 1772. 8.; Overbeck Weor. des Prohnenmweibers im Hannö. Magaz 1771. und in Abhdl d. Oberlaks. B. W. 1. etc.). Leider bleibt uns durch Treviranus's Finspruch in Huber's Versuche doch noch ein Zweifel(. wei- ter unten).

(*) Wahrlich! ein interessantes und beachtenswerthes Beispiel eines monarchischen Staates unter den Thieren! Ein guter Bienenvater hat daher schr zu wachen, und merkt er an dem Betragen der 5, daſs das& in einem Stock fehlt, so kann er demselben oft ein neues geben und ihn dadurch retten. Für den Fall pflegt man wohl einzeln gefangene O in Kästchen aufzuhehen und zu füttern. G. noch mehr darüber in Huber's interessanten, weiter unten anzufihrenden Ven suchen). Huber(a. a. O. p. 192) hehauptet Gvas auch schon Christ[Nacurgesch. d. Ing. v. d. Bien. Vep.. Ameis. GeMhl. F. 88.]) vermuthet und mit hübhschen Gründen belegt) durch wiederhohlte Beobachtungen belelirt, dals nicht die H, wie die meisten(namentlich Schirach, Hattorf, Riem) behaupten, das zweite Q tödteten, sondern, wie Réaumur schon meinte, deren Nebenbuhlerin selbst, und dafs zwischen beiden der Kampf mit dem Stachel entschiede(s. weiter un- en). Tag und Nacht ist eine Wache am Flugloche, welche jeden Ankömmling mit den Antennen sondirt. Erscheint ein fremdes, so wird es sogleich von den 5 in solcher Menge umringt, dals cs am Ende ersticken oder verhungern muſs (woraus Huber den Irrthum erklärt als erstächen die das Q0. Huber prüfte auch Réa umur'(T. V. p. 258.) Bs- hauptung, die B beruhigten sich sogleich, wenn man ihnen ihr nähme und ein andres dafür gäbe⸗ und fand, daſs dem nicht so sci. Als er ihnen ihr Q genommen hatte, sahe er, dals sie anfaugs noch gut arbeiteten, nach einigen Stunden aber unruhig wurden, ganz cigenthümlich summten, die Pflege der Brut verlielsen und sich wie Wahusinnige gebehrdeten. Brachte er das alte g ihnen wiedef(F. 197.), so wurden sie augenblicklich ruhig, setzte er ihnen aber ein Fremdes ein, so umringten sie dieses und hielten es fest. Liels er ihren Schmerz aber 18 Stunden austoben, und setzte dann erst das fremde O ein, so umringten sie dieses zwar auch, lieſsen es aber pald wieder los und hatte es dann noch Kräfte ge- nug, so wurde es Königin. Setzte er es erst nach 24 Stunden ein, s0 war es augenbficklich anerkannt. In einer Anmer- kung(F. 198.) beschreibt er ordentliche Empfangsfeierlichkeiten.(Wunderbar!) soll öfters den Verwaisten

() Beim ersten Versuch nennt man solche Mdcher. Bald werden sie Kühner und in 4 Tag