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Apis. (Biene.) Latr.
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Honigbiene. 9

wurde, da die Bienen in Ruhe und EFinsamkeit reichlicher einsammeln, jetzt aber, wegen des Nach- theils für Nutzholz-Verkauf, nur noch in einzelnen Gegenden existirt, läſst man die Bienen entweder freiwillig sich Bäume(Beuten) aussuchen, welche von selbst hohl wurden(wobei wan ihre Vorsicht und kluge Auswahl bewundern muls, da sie sich öfters auf 1 Meile weit einen geeigneten Stamm aussuchen)(), oder welche man in einer Höhe von 20 an der Südost-Seite ausmeiſselte und höch- stens noch mit einigen Kreuzhölzern versah(ausspillte), oder auch die Bienenwirthe ¶Umler) schlagen in diese einen bestimmten Schwarm ein und setzen dann ein mit einer kleinen Oeffnung(Vugloch) versehenes Bretchen davor. Im Herbst werden dann die Slöcke ausgenommen(gezeidelt). Wenn die Bienen ihre neue Wohnung bezogen haben, fangen sie sogleich an zu arbeiten. Sie reinigen das In- nere von Slaub und Schmutz, beiſsen sogar alle hervorstehende Theilchen wie Holzspänchen, Stroh- halme etc. ab. Dann fangen sie an einzeln und dann immer zahlreicher auszufliegen() und einzu- sammeln, obgleich sie einen Vorrath für mehrere Tage aus dem Mutterstock mitbringen. Sie richten ihren Flug, der immer in gerader Richtung geht und dadurch viel Zeit erspart, ziemlich weit und man sicht sie im Sommer fast überall, wo Blumen sind(*). Im April und Mai fliegen sie bei schö- nem Wetter den ganzen Tag ununterbrochen aus, in den heiſsen Monaten weniger, es scheint als ballte sich da der Blumenstaub nicht so gut zu Höschen, und sie könnlen in der brennenden Mittags- hilze nicht so viel sammeln(Réaumur). Schlechtes Wetter lieben sie nicht, Huber() vermulhet aber, mit unsern Beobachtungen übereinstimmend, sehr scharfsinnig, sie fürchleten nur die schnelle

Die Koezheuten hält man nur da noch, wo Holz genug ist, sonst sind sie schr unbequem. Die Magazinhcsten bestehen aus kleinen breternen Käslen 1 Rheinl. im Lichten und 6 Höhe. Wenn der unterste Kasten vollgebaut ist, wird im- mer wieder ein neuer untergesetze. Fben so giebt es auch Magazinörbe, die die Bienen noch mehr lichen. Gewöhnlich hat man mehrere solcher beisammen und baut ihnen ein eignes Bienenhaus(Bienenschauer), das bei wohlhabenden Imkern oft sehr groſs ist. Die Bienenzucht kann den Wohlstand eines Landes bedeutend heben Zeidel· Amt, Zeidel-Güter), und man hat ihnen daher alle Aufmerksamkeit gewidmet, auch eigne daranf Bezug habende Gesetze gesammelt, die z. B. er- örtern, wie weit der PBigenthümer eines Bienenschwarmes ihn verfolgen darf, wo man Bienenstellen anlegen darf, Rechte bei den Raubbienen u. s. f.(de Nure Mellicidarum. de Nure Apum. Forst- und Jagd- Hitorie d. Peutschen. Jena 1737. F. 195. Hirsch Frdnlicher Bienenmeister, u. v. d. eßemal. Zeidelserichte, Anpach 1767. S. Moser's Forst-Oecon. Bd. 2. Mittermaier in seinem Telrhuch üher deut ches Pyivatrect, F. 216, auch in Ersch und Gruber EncyMl. TM. X. F. 129. Das neueste: Busch d. heutige in Deutschl. geltende Bienenrecht, Arntade 1830. 8.). Ueber die zahlreichen dabei vorkommenden Kunstausdrücke s. Overheck Gloßsarium melicturgicum oder Bie- nenwõrterhuck, Bremen 1765. 8.(enthält zugleich 2 Capitel des 9. Buch. d. Columella). PFin guter Zeidler oder Imer, später Bienenvater genannt, muſs die Naturgeschichte der Biene genau kennen und sie zu keiner Zeit vernachläs- sigen, ja im Sommer zuweilen nur für sie leben. In Putsche's allgem. Ench Aop. Teipz. 1827. Hndet man die Geschäfte eines jeden Monats, auch solche Anweis. von Gleditsch(in Berl. Samml. Bd. L.), V. Kurella(Metau 1773,) und v. Kräutermann wohlerſalrner Bienenwirtk, Arnstade 1762. 8.; und von J. L. Eyrich besitzen wir einen Bienen- Kalender, Mürnberg 1780. 8. Vieles gesammelt in den Encyklopãdien v. Krünitz(Th. VI.) und von Ersch und Gruber(T. 10. F. 122. u f.). Bauer die Fienenzuchit im Gebirge in Dresdn. gelehrt. Anz. 1774. F. 382.

() Knight in Phtlos. Transact. for. J. 1807.(2) a. a. O. p. 295.

G Nach Réaumur's Beobachtung und Berechnungen fliegen im Durchschnitt täglich 84,000 Bienen in den Stoch, und er schlieſst daraus, daſs jede etwa viermal täglich ausgeflogen sei(T. V p. 433).

(*) Versuche haben wir nicht selbst dariüber gemacht und schlieſsen nur daraus, dafs wir sie von merschlichen Woh⸗ nungen entfernt im Walde, zuweilen ganz einsam, antrafen, sie müſsten mehrere Stunden weit ausfliegen. Huber(der aber selbst kein groſses Gewicht auf diese Versuche legt a. a. O. p. 362.) zeichnete sich einige und glaubt, daſs sie nicht über 2 Lieue weit ausflögen; die er auf 25 30 Minuten weit hatte westragen lassen, fanden nicht wieder nach Hause(), wohl aber die nicht so weit ausgesetzten. Nach Albrecht(ootom. u. phiycal. Entdect. v. d. B. elc. Gorha 1775. 8.) fliegen sie wohl 2 Stunden weit. Nach den Versuchen eines Engländers gehen sie 7 engl. Meilen weit ihrem Futter nach (Froriep's Wotiz. Bd. XX. F. 138.). Auch hütet man sich bei uns, Bienenstöcke aus einer geringern Entfernung als 1 Meile zu kaufen, weil man weiſs, dals sie auf ihren alten Stand zurückfliegen. Mitten in London, auf dem Dache eines KHauses, befindet sich ein Bienenstock sehr wohl, und die Bienen finden durch den dicksten Rauch und Nebel(Bcoh an

der Spree J. 31. St. 18.)