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+ 31*! Sehr merkwürdig ist die von den Bienen veranstaltete Abkühlung durch Fächeln der Flügel, welches Réaumur schon sahe aber nicht richtig deutete. Huber beschreibt es umständlich und sahe, dals leichte Körper dadurch sogar bewegt wurden.— Die Nützlichkeit dieser Thiere bewog die Menschen schon schr früh sie zu Hausthieren zu machen und Bienenzucht zu treiben. Sie haben aber gewils nur wenig von ihrer ursprünglichen Lebensweise eingebülst, denn die noch jetzt in Wäldern hausenden leben und bauen eben so wie die bei unsern Wohnungen angesiedelten. Die jetzt fast überall nur allein betriebene Bienenzucht ist die Gartenbienenzucht, d. h. die Bienen werden in der Mähe der menschlichen Wohnungen gehalten, in Gärlen, wo man ihnen eigne Woh- nungen anweist. Diese sind entweder künstlich gezimmert oder geflochten(Bienenstöche, Bienen. ſörbe), oder sie bestehen nur aus dem Abschnitt eines Baumstammes welcher halb ausgehöhlt ist (Rotheuten), und welchen man einzeln stehen und liegen läſst, nur mit einem rohen, aufgenagelten Dache geschützt. Bei der Waldbienenzucht(0) dagegen, welche früher sehr häufig betrieben
(¹) Bei den Deutschen, und auch bei vielen andern Völkern ſs. die verschiedenen Bienenzuchten für die CHURMARK C. L. Hase Berl. 1771. S.; für WESTPHALEN Kortum Veel 1776. 8.; für die PFAIZ die 3 Preisschriften v. Zeiſs, Riem und Hampel, Mannheim 1769. 8.; für OESTREICH Müller's Katechism. Men 1783. 8.; Ehrenfels Bienen- ucht nach den Grundtzen der Meor. und Erfahr. Prag 1829. S.; für FRANKREICH Ducarne de Blangue T edu⸗- cation oecon. des ah.& Par. 1771. S.— Féburier a. a. O. etc.— histoire nat. des ab. à Par. 1754. S.— Chambon Manuel de l'educ. des ab. Par. an. VI. S.; für BAIERN Gesetze d. patriot. Bienengesellsch. Mnchen 1784. S.; für die SCHWEIZ Gruner in d. Samml. d. õcon. Gesellsch. zu Bern Jalrg. 13. Ft. 1.; für ENGLAND s. oben; für RUSSLAND Pelersh. õcon. Geellch. T. V. MX. X.; v. Brüggen Bienenstõche in Curland in Kästner's Famml. p. 348. etc.; für NORWEGEN und SCHWEDEN Petenati Tander om Bie-Avling Copenk 1776. 8.; Fleischer Hafn. 1777. 8.: P. Bergmann in Schwed. acad. Ahhand. Bd. JV. etc.], machte die Bienenzucht zeither einen wichtigen Zweig der Land⸗- wirthschaft aus. Es bildeten sich ganze Gesellschaften(Zeidlergesellschaſten), welche von der Grundherrschaft das Privi- legium erkauften, Bienen in gewissen Gegenden, besonders Wäldern, allein halten zu dürfen[Oherlausilaner Bienen- gesellsch. in den 60gen Jahren, Ablandl. u. Er/fahr. ders. Presd. 1766 8., auch noch mehrere Sammlung z. B. Teipꝛig und Zittau 1770, Berl. u. Teipz. etc., Fortsetz. Berl. 1773. 8.— Arheit. d. Churscchs. Bienengesellsch. Gehr gut) Teip- z ½ 1776. 8.; Frdnfischph) scal. õcon. Bienengesellsch. 1768.; T. Wildmann a treatise of ihe management of hees Lond. 1768. 8. schr gut übers. u. m. Anmerk. d. Oberlaus. Bienengesellsch. Leipz. 1769. S8.— J. Riem Vertwandlung d. jelzig. Mode-Bienengesellsch. in Dorf-Bienengesellsch. Mannleim 1773. S.].— Jetzt findet man aber die Waldbienen- zucht nur noch in wenigen Gegenden, im Preuſsischen höchstens noch in der Lausitz. s. des berühmten Schirach Waldhenenzucht Ausg. Vogel, Bresl. 1774. 8. Ueber Waldbienenz. auch Dudley cle hees in che wwoods in Phtlos. T. no. 367.; Leeuwenhoek apis Hlv. in Epist. pl) sol. ann. 1719. p. 112. In den groſsen Wäldern von Ruſsland und Polen hat sie noch nicht ganz abgeschaft werden können, und v. Brincken(Mem. descr. Sur la Forét imper. de Bia- lowieza d Varsovle 1828. 4. mit schönen Abbild. des Auer Fp. 105. 124.) erzählt uns folgende interessante Züge aus den Gegenden, wo der berühmte Tipiec-Honig(von Lipa Linde) C. auch Geyer v. gldern. Bienenst. u. Titehau. Tipiec) gewonnen wird: Die Bauern(welche nach Art der alten Litthauischen Statuten ihre Rechte haben) richten entweder im März und April, oder schon im Ootober des vorigen Jahres die Bäume dazu ein, welche sie mit einfachen Strickleitern besteigen. Im Juni oder Juli Gur Schwärmzeit) setzen sie das Bret mit dem Flugloch ein und umwickeln alles mit Reisig. Bald Hindet sich dann ein Schwarm und schon Anfangs Juli erntet man in den Lindenwäldern den lieblichen und aroma- tischen Tipiec-Honig, von dem der Garnicc bis 3 Ducaten Kostet. Abar auch dort wird das bald aufhören, deun man erlaubt den Bauern ihre Bienenstöcke im Winter abzuhauen und als Klotzbeuten in ihrc Gärten zu bringen. Ganz wen- den die wilden Bienen aber nie aufhören, denn alljährlich entfliehen einzelne Schwärme den unaufmerksamen Zeidlern, und zuweilen Kndet man noch alte, hohle Fichen mit vielen Schwärmen besetzt, deren Honig, vor Aller, ganz fest und dunkel geworden ist.(Beuten s. Krünitz öcon. EncMlop. TM. 1/. Fig. 151— 165.).— Sonst hatte man sogar ver- schiedne Methoden die Wohnungen der wilden Bienen im Walde aufzusuchen, indem man ihren Flug beobachtet(Mi. T /or 1721.). Bei der Bienenzucht berücksichtigt man hauptsächlich den Bienenstand. Man muſs dazu einen gegen Südosten gelegenen, ruhigen, trocknen, vor Stürmen gesicherten, freien Platz aussuchen, in dessen Nähe sich nicht zu viel Schatten oder zu Viel Wasser findet, auch mufs er von Staub und Rauch entfernt liegen. Pinige niedrige Bäume und Sträucher sind nöthig, an welche die Schwärme sich anhängen können. Die Nähe groſser Alleen blüthenrcicher Bäume, Gärten, Wiesen und Felder ist nützlich. Die Bienenwohnungen sind cutweder Söchte oder Körhe(GOlochen, Slp õche, gewöhnlich 2 hoch und 12“ breit) und zwar liegende Cager) oder stehende Gtdnder), einfache oder zusammengesetzte.
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