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Honigbiene.
nenkräuler berühml und steht darin nur denen der Alizonen nach, wo die Bienen so zahm sind, daſs sie mit den Menschen zugleich auf Nahrung ausgehen und herumfliegen, ohne in Wohnungen zu leben. In Spanien lehrte Gargoris, der älteste König der Cuneter, eines Volkes in Tartessus, zuerst den Honigbau(). Aber auch in den nördlichen(²) Ländern Europas erfahren wir schon sehr früh von Bienen, denn die ungeheuren Wälder von Polen, Litthauen, Podolien u. s. w. hatten Ueberfluſs dar- an, so lange es eine Geschichte dieser Länder giebi 6). Die alten Deutschen hatten schon beim Er- scheinen der Römer Bienen.
Die Lebensart der Bienen gewinnt, durch die Trennung der Individuen in Männchen, Weib- chen und Ceschlechtslose ein auſserordentliches Interesse und ist auch so fleiſsig beobachtet, daſs man mit Bewunderung in die Geheimnisse der Natur eindringt, und oft das was uns Huber() er- zählt, für Fabel halten sollte. Viele von seinen höchst interessanten Beobachtungen haben wir selbst wiederholen und vergleichen können und finden uns veranlalst, da ihn die achtbarsten Schriftsteller citiren, und seine Beobachtungen selbst von practischen Bienenvätern besläligt werden(), ihm meist zu folgen, besonders da er bei weitem noch nicht so allgemein bekannt ist, wie er es verdient, wenigstens nicht in Hinsicht der Puncle, durch deren Aufklärung er sich berühmt gemacht hat.— Kein Individuum ist bei den Bienen fügellos, alle können daher viel leichter ihre Geschäſte besorgen, und ihr Fleiſs ist eigentlich weniger zu bewundern als der der Ameisen, auch haben sie nicht so an- strengende Arbeiten wie diese, gebrauchen ihre Oberkiefer nie zum weiten Transport von Materialien u. s. f. Sonst sind sie jenen in der Ausbildung ihrer Sinne und durch den hohen Grad des Instincls ähnlich. Huber nimmt auch bei ihnen eine Art Antennensprache so wie eine besondere Erinnerungs- kraft an. Ihre Reinlichkeit ist so grofs, daſs sie jeden Unrath sogleich hinausschaffen, oder einhüllen und ihn so unschädlich machen. Auch hier werden die Arbeiten nur von den Geschlechtslosen ver- richtet(daher Arbeiler) und q und 2 betreiben nur das Foripflanzungsgeschäft. Die Zahl der Arbei- ter, welche immer da sind, ist immer bei weitem überwiegend, oft bis 20—, ja bis 40 und bis 60,000! Der Männchen, welche nur eine sehr vorübergehende Fxisten? haben, sind gewöhnlich einige 100 (nach Féburier 47 der ganzen Bevölkerung, doch auch bis 2000, und ausnahmsweise(. unten) noch viel mehr vorhanden, Weibchen dagegen nur 1, welches man daher auch nur selten sicht. Da diese Thierchen in so groſser Menge auf einen so kleinen Raum zusammengedrängt sind, so entwickeln sie auch einen erstaunlich hohen Grad von Wärme. Réaumur() bemerkle einmal schon im Mai
(¹) Justin. Tih. 44. Cap. 4.— Jayme Gil(Peclar. de los proveclos grandes de las Colmenas y Alahancas de las Abejas Zaragoꝑa 1624. 8.) berichtet auch schon aus schr frühen Zeiten.—(2) Christ(a. a. O. F. 104.) sagt sehr hübsch und richtig: sie sind in heiſsen und kalten Ländern, und es haben die Bienen desfalls etwas ähnliches mit der Natur der Europäer, die unter einem heiſsen und auch schr kalten Himmelsstrich leben können.— E) Olaus Magnus erzählt, daſs öfters Bären in mit Honig angefüllte Gruben gefallen und darin umgekommen wären.—(*) Nouvelles oh- erattlons Sur les abeilles adressees 4 C. Bonnet 4 Geneoe 1792. 8. Huber selbst war blind und lieſs alles durch eineu Diener Frangois Burnens de Pays- de Vaud beobachten, der(16 avec les talens d'un observateur) nach seiner Ver- sicherung Proben genug Von seinen naturhistorischen Talenten gegeben hätte. Sie lasen zusammen die perühmtesten Werke öber die Bienen, verabredeten die scharfsinnigsten Versuche und kührten sie mit der bewundernswürdigsten Geduld und Entsagung aus. Die Glaubwürdigkeit dieser Leute wird hier und da angefochten, denkt man aber daran, welche zweck- mäſpig eingerichteten Kästen sie zu ihren Beobachtungen hatten, so erscheint es gar nicht unwahrscheinlich, daſs sie täg- lich, ja stündlich, eine jecde Biene und eine jede Zelle überschen konnten. Sie nennen die Kästen nemlich rucMes en livres ou en ſeuillets G. Pl I. und d. Erklär. in der Anmerkung zu p. 17.). Diese hesteken aus 12 vertical gestellten, an den äuſsersten Enden beglasten Rähmen, jeder 1“ im Quadrat, 15“ Preit mit 1“ Holzstärke, alle mittelot Scharnieren leicht (wie die Blätter in einem Buchc) zu verbinden, aher auch einzeln, und dann jederseits peglast, zu gebrauchen, wo man dann eine Wachszeile vertical und einen kleinen Schwarm dazu hineinsetzte und nun von jeder Seite alles darin beob- achten konnte. Das Flugloch war unten und vorn im Rahmen. Schr zur Wiederholung der Versuche jedem, der Muſse und Gelegenheit hat, zu empfehlen.— E) Kirby and Spence Introd. II. 135.—(6) T. V. p. 671.
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