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letzten Theiles mit kaltem Waſſer oder mit Eſſig und Waſſer gewöhnlich ſchon aus; iſt dieſes nicht der Fall, ſo nimmt man, wenn es Winter ſein ſollte, zerklopftes Eis, Schnee, oder durch Schnee und Eis erkaltetes Waſſer. Hierdurch kann man ſelbſt ſehr ſtarke Blu⸗ tungen zum Stillſtande bringen. Sind weder Schnee noch Eis zu haben, ſo befeuchtet man die Wunde oft mit einem Gemiſche aus einem Theile Schwefelſäure und acht bis zehn Theilen Waſſer. Iſt die Wunde vielleicht tief und ſo gelegen, daß die Flüſſigkeit nicht gut zu appliziren iſt, ſo füllt man ſie mit Heede aus, und bringt einen ſtarken Druckverband an. Sind be⸗ deutende Blutgefäße verletzt, welche eine Verblutung des Thieres fürchten laſſen, ſo werden dieſelben mit der Pinzette erfaßt und mit einem Faden zuge— bunden, oder man brennt das Gefäß mit einem glü⸗ henden Eiſen zu. Iſt bei der Verwundung ein fremder Körper eingedrungen, der noch in der Wunde haftet, ſo wird derſelbe ſobald als möglich entfernt.
a. Haut- und Fleiſchwunden. Sie ſind faſt nie mit Gefahr verbunden, ſelbſt wenn ſie große Länge und Tiefe haben, und durch ein ſchneidendes oder ſcharfes Inſtrument hervorgebracht ſind. So hei⸗ len die Wunden an den Hinterbacken, an den fleiſchi⸗ gen Theilen der Schenkel, am Halſe und dem vorde⸗ ren Theile der Bruſt meiſtens ſehr leicht. Anfangs wäſcht man die Wunde ſehr oft mit kaltem Waſſer, und ſetzt dieſes etwa zwei Tage lang fort; am dritten Tage pflegt Eiterung einzutreten, bei der dann weiter nichts zu thun nöthig iſt, als zu ſorgen, daß der Eiter freien Abfluß habe. Iſt zwar blos die Haut, aber in bedeutendem Umfange, von ihrer Unterlage getrennt, oder klafft die Wunde ſehr weit, ſo hat man eine mehr oder weniger breite Narbe zu fürchten, welche, wenn ſie auch keinen weiteren Nachtheil bringt, doch immer ein auffallendes Zeichen der dageweſenen Ver⸗ letzung hinterläßt. Um dieſes zu vermeiden, heftet man die getrennten Hautränder durch ein ſchmales Bändchen zuſammen. Will die Eiterung, ſelbſt meh⸗ rere Tage nach der Verletzung, nicht recht zu Stande kommen, ſo befeuchtet man die Wunde ſehr oft mit lauwarmem Seifenwaſſer, oder mit einem Gemiſche aus 2 Eidottern, 2 Loth Terpentin und einem Quart kaltem Waſſer. In einigen Fällen füllt ſich die Wunde zwar mit neuer Fleiſchmaſſe aus, aber ſie kommt nicht zur Heilung, iſt immer mit dünnem Eiter bedeckt, und ein ſchwammiges, rothes, ſogenanntes„wildes“
Wunden.
Fleiſch, wächſt wuchernd über die Wundränder und das Niveau der Haut hervor. Unter ſolchen Umſtänden be⸗ feuchtet man die Haut mit einer Auflöſung von zwei Loth Chlorkalk in einem halben Quart kaltem Waſſer, oder ſtreuet auf ſie Pulver von gebranntem Alaun, blauen oder weißen Vitriol, oder Chlorkalk und Eichenrinde. Zeigen ſich dieſe Mittel wirkungslos, ſo zerſtört man einen Theil des wilden Fleiſches mit dem glühenden Eiſen.
Gelenk⸗ und Sehnenwunden. Gelenkwun⸗ den kommen faſt nur allein an den Beinen vor, am häufigſten bei Pferden; das Schultergelenk, das Vorderknie, dann das Hinterknie und Sprunggelenk, ſind dieſen Wunden am öfterſten ausgeſetzt. Die Ur⸗ ſachen geben äußere Verletzungen durch irgend ein ſpitzes oder ſchneidendes Inſtrument, welches nicht nur die äußeren Bedeckungen des Gelenkes, ſondern auch die äußere Gelenkkapſel durchbohrt hat; Huf— ſchläge mit ſcharfen Stollen eines anderen Pferdes, Stiche mit der Miſt- oder Heugabel ꝛc. geben die ge⸗ wöhnlichſten Veranlaſſungen. Man erkennt eine Ge⸗ lenkwunde daran, daß aus ihr fortwährend Gelenk⸗ ſchmiere ausfließt; dieſe kommt als waſſerhelle und dünne Flüſſigkeit aus der Wundöffnung hervor, gerinnt aber, wenn ſie einige Zeit mit der Luft in Berührung geweſen iſt, hat dann das Anſehen von gekochtem Eiweis, und ſetzt ſich meiſt in großen Maſſen unterhalb der Wunde feſt. Durch das Eingehen in die Wunde mit der Sonde, kann man ſich leicht Gewißheit darüber ver⸗ ſchaffen, daß die Wunde bis an das Gelenk gedrun— gen iſt. Die Zufälle ſind gewöhnlich ſehr heftig, und ſtehen in der Regel mit dem unbedeutenden Umfange der Verletzung in keinem mit Wunden anderer Art vergleichbaren Verhältniſſe. Das Pferd leidet bedeu— tend durch die Heftigkeit des Schmerzes, es fiebert, holt vermehrt Athem, ſtöhnt, ſchwitzt über den ganzen Körper, frißt ſchlecht ꝛc., tritt faſt gar nicht auf die kranke Gliedmaſſe, und lahmt ſehr ſtark. Kurz nach erfolgter Verwundung ſchwillt der Theil bedeutend an, er iſt heiß, geſpannt und lebhaft ent⸗ zündet. In ſehr vielen Fällen wird die Gelenkwunde durch ihre Folgen tödlich, in manchen anderen bleiben Verwachſungen und Steifigkeit des Gelenkes für die ganze Lebensdauer zurück. Alle dieſe Umſtände erfor⸗ dern eine ſchleunige und angemeſſene Behandlung. Hat man ſich von der Gegenwart einer Gelenkwunde überzeugt; ſo entferne man zuvörderſt alle in die


