Teil eines Werkes 
[Hauptband] (1845)
Entstehung
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404 137.

Drücken mit den Fingern Eindrücke an, ähnlich wie der Brotteig. Das Pferd lahmt dabei im Gange nicht; dauert die Bewegung lange, und iſt ſie raſch, ſo ver ſchwindet die Anſchwellung gewöhnlich ganz; ſteht das Pferd aber wieder einige Tage, ſo kehrt dieſelbe wieder. Im Allgemeinen iſt dieſer Fehler, zumal wenn er an beiden Füßen gleich ſtark erſcheint, ſehr unerheblich, und kann meiſtens ganz unbeachtet blei ben. Indeſſen verräth es doch immer einen gewiſſen Grad von allgemeiner Schlaffheit der Gewebe und deshalb von Schwäche. Gutes und reichliches Futter, warmes, trocknes Verhalten, häufiges Putzen und mäßige, öftere Bewegung heben den Fehler meiſtens. Iſt dieſes nicht der Fall, ſo miſche man unter das Futter täglich eine Hand voll Wachholderbeeren, und lege ein Stück Steinſalz in die Raufe; auch kann man die angelaufenen Theile zuweilen mit Branntwein ꝛc. waſchen. Manchmal iſt das Anlaufen der Füße Folge einer vorhanden geweſenen, ſchweren, inneren Krankheit oder der Druſe, wo dann der Fehler mit der Beſeitigung der gedachten Krankheit ſchon von ſelbſt weichen wird.

Außer den Beinen, oder gleichzeitig mit ihnen, zeigen ſich auch zuweilen Geſchwülſte unterm Bauche oder am Schlauche, welche hier ebenfalls ſchmerzlos, kalt und teigig ſind. Solche Fälle deuten auf einen

Warzen.

größeren Grad von allgemeiner Schwäche, aber auch ſie ſind ſelten als bedenkliche Uebel zu betrachten. Oft reicht es zu ihrer Beſeitigung hin, zolltiefe, ſehr zahl⸗ reiche Einſtiche in die Geſchwulſt zu machen; es tropft dann anhaltend eine klare, wäſſerige Flüſſigkeit aus, mit der, da ſie den Inhalt der Geſchwulſt bildet, dieſe ſelbſt zugleich verſchwindet. Manchmal hat dieſes aber nicht ſtatt, oder ſie kehrt aufs Neue zurück. In ſolchen Fällen bähet man dann die Geſchwulſt ſehr oft mit recht warmer Heuſaamenbrühe, mit Branntweinſchlämpenc., oder man ſetzt unter den Bauch, mitten auf die Ge⸗ ſchwulſt ein Fontanell. Hierdurch werden ſolche An⸗ ſchwellungen faſt ſicher zum Weichen gebracht; man thut jedoch wohl, dem Pferde einige innere Mittel zu geben, denn es deutet der Fall immer auf eine bedeu⸗ tende allgemeine Schwäche des Körpers. Deshalb giebt man zur Stärkung folgendes Mittel: Genzian⸗ wurzel, Senf, Kümmel und Wachholderbeeren, von jedem ſechs Loth, gekochten Terpentin und Schwefelei⸗ ſen, von jedem zwei Loth, Mehl und Waſſer, ſo viel zur Latwerge erforderlich iſt. Dieſe wird in drei bis vier Tagen verbraucht. Viele Körner und geſundes Geſöff, häufiges Putzen und Frottiren der Haut, das Belegen mit einer wollenen Decke und Warmhalten des Pferdes werden die Heilung befeſtigen.

137. Warzen.

Man verſteht darunter größere oder kleinere Aus⸗ wüchſe, welche an den verſchiedenſten Stellen der Haut, beſonders beim Pferde, Rindvieh und Hunde vorkommen; ſie ſind meiſtens haarlos, von grauer Farbe, mit einem dünneren Stile verſehen oder breit aufſitzend; gewöhnlich ſind ſie vielfach geſpalten, vom Anſehen des Blumenkohls, mit einem grauen Staube überzogen und härter, als die Haut ſelbſt. Sind ſie ſehr groß, und hängen ſie nur durch einen dünnen Stil mit der Haut zuſammen, ſo ſchleift man einen ſtarken aber dünnen Bindfaden, um den Stil, und

zieht den Knoten feſt an; in wenigen Tagen fällt die Warze ab, und die Narbe verheilt von ſelbſt. Sind ſie breit aufſitzend, ſo ſchneidet man den über die Haut hervorſtehenden Theil der Warze mit dem Meſſer oder der Scheere ab, und ſtillt die Blutung mittelſt eines glühenden Eiſens. Da ſie unter dieſen Umſtänden aber leicht aufs Neue emporwachſen, ſo befeuchtet man ſie ſpäter, wenn Eiterung auf der Hautoberfläche einge⸗ treten iſt, mehreremale mit Schwefelſäure, Spieß⸗ glanzbutter, oder man beſtreuet ſie mit dem Pulver von gebranntem Alaun oder Sublimat.