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machten Nadel, im hinteren Theile des Feſſelgelenkes ein, und führt dieſelbe an der Spitze des Strahls wie⸗ der heraus, läßt das Band im Stichcanale ſitzen, und vereinigt ſeine Enden durch eine Schleife. Vor der Applikation des Eiterbandes werden Strahl und Sohle ſehr dünn geſchnitten, und nachher wird dem Pferde ein Hufeiſen mit Stollen aufgeſchlagen. Man läßt das Eiterband etwa vierzehn Tage liegen, befeuchtet den Huf oft, und hüllt ihn allenfalls in einen weichen Verband aus Heede und Leinwand. Hat die Hufgelenklähme ſchon einige Monate gedauert, ſo reichen die vorgenannten Mittel in der Regel nicht aus, und es bleibt dann nur noch der ſogenannte Nervenſchnitt übrig. Um ihn auszuführen, wird auf folgende Weiſe verfahren. Man ſcheert die Haare über dem Feſſelgelenke und an der inneren Fläche des Schienbeins kurz ab, wirft das Pferd nieder, ſpannt die Haut an der Opertionsſtelle an, durchſchneidet ſie, trennt den Nerven etwas los, hebt ihn mit einer krum⸗ men Nadel empor, und ſchneidet etwa ein Zoll langes Stück deſſelben mit dem Meſſer heraus. Hierauf wird die Hautwunde geheftet oder, noch beſſer, durch Heft⸗ pflaſterſtreifen vereinigt. Daß Pferd muß vier bis ſechs
134. Stelzfuß des Pferdes.
Wochen im Stalle gehalten und der operirte Fuß angefeuchtet werden. Es entſteht allemal nach der Operation eine beträchtliche Entzündung, die aber weiter keine Gefahr hat. Oft iſt gleich nach der Ope⸗ ration die frühere Lahmheit verſchwunden. Manchmal braucht nur der Nerv einer Seite des Fußes durch⸗ ſchnitten zu werden, oft muß dieſes auf beiden Sei⸗ ten geſchehen. Gewöhnlich reicht aber die Durchſchnei⸗ dung des Nerven an der inneren Seite hin. Derſelbe liegt dicht vor den Beugeſehnen und neben der Puls- ader des Fußes; um dieſe nicht zu verletzen, iſt die ana⸗ tomiſche Kenntniß der Theile zur Operation erforderlich. Der Zweck der Operation iſt: die Empfind⸗ lichkeit der kranken Theile im Hufe zu vernichten, was auf die Durchſchneidung des Nerven ſicher erfolgt. Der Nervenſchnitt iſt auch bei vielen anderen langwie⸗ rigen Lahmheiten am unteren Theile der Füße nützlich; ſo z. B. bei verhärteten Gallen, bei Schaale, bei Ver⸗ knöcherung des Hufknorpels und bei vielen anderen Hufübeln. Nur bei Flach- und Vollhuf paßt er nicht, auch nicht dort, wo Zeichen von Entzündung im Hufe vorhanden ſind. 2
134. Stelzfuß des Pferdes.(Tab. XXX.)
Der Stelzfuß kommt ſowohl an den Vorder⸗ als Hinterfüßen vor. Man verſteht darunter eine fehler⸗ hafte Stellung des unterſten Theiles der Gliedmaße; Feſſel und Kronengelenk ſtehen zu ſenkrecht und faſt gerade, wie eine Stelze; das Pferd tritt mehr mit der Zehe, als mit dem hinteren Theile des Hufes auf den Boden(Fig. 3.). Iſt das Uebel ſtärker, ſo be⸗ rührt der Huf nur mit der Zehe den Boden(Fig. 2.), die Gelenke ſind gekrümmt und nach rückwärts gebo⸗ gen. Der Gang eines ſolchen Pferdes iſt, je nach dem Grade des Fehlers, mehr oder weniger fehlerhaft und lahm; tritt das Pferd nur noch mit der Zehe auf, ſo iſt es kaum mehr zur Arbeit zu gebrauchen. Bei dem Stelzfuße können verſchiedene Zuſtände ſtattfinden; das Hufbein hat eine fehlerhafte, mehr ſenkrechte Stellung, die Gelenke ſind um und dicht über dem
Hufe verwachſen, es iſt eine alte Hufgelenklähme vor⸗ handen, die Beugeſehnen des Huf- und Kronenbeins ſind verkürzt, es iſt ein Knoll⸗ oder Ringelhuf zuge⸗ gen. Die entfernteren Urſachen beſtehen in früheren Entzündungen, Verletzungen der Beugeſehnen und des Hufgelenkes, in Verſtauchungen des Feſſelgelenkes, Sehnenklapp ꝛc.
Die Heilung iſt allemal mißlich. In den gelin⸗ deren Fällen kann oft durch einen paſſenden Beſchlag der Fehler mehr oder weniger gehoben werden. Der Huf wird nach und nach an ſeinen Trachten immer mehr niedergeſchnitten, und bekommt ſodann ein Huf⸗ eiſen ohne Stollen, an deſſen vorderem Rande eine ſchnabelartige Verlängerung ſich befindet(Fig. 3. a.). Im langſamen Zuge iſt das Pferd mit einem ſolchen Eiſen nicht nur brauchbar, ſondern der Fehler wird


