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wird. Bei dem Einführen des Stockes hebt man den Kopf des Thieres hoch empor, und ſetzt ein Maulgatter ein; iſt ein ſolches aber nicht vorhanden, ſo wird die Zunge ſeitlich herausgezogen, damit das Thier den Stock nicht etwa abbeißt, und derſelbe dann im Schlunde ſtecken bleibt.
Gelingt es nicht den fremden Körper auf die an⸗ geführte Art hinabzuſtoßen, ſo bleibt nichts anderes übrig, als denſelben durch die Operation zu entfernen. Zu dem Ende wird auf dem höchſten Punkte der äußer⸗ lich fühlbaren Geſchwulſt ein hinreichend großer Ein⸗
ſchnitt durch die Haut und den Schlund bis auf den fremden Körper gemacht, welcher dann herausgenom⸗ men wird, worauf man die Schlundwunde mit eini— gen Heften wieder vereinigt. In den erſten Wochen, und bis zur Vernarbung der Wunde, darf das Thier überhaupt nur flüſſiges Futter bekommen; Mehl⸗- und Schrottränke eignen ſich dazu am beſten. Die Operation des Schlundſchnittes iſt nicht leicht auszuführen und, wegen der leicht möglichen Verletzung großer Blutgefäße und Nerven, nicht ohne Gefahr, d. h. wenn der Ope⸗ rateur keine Geſchicklichkeit beſitzt.
133. Hufgelenklähme.
Es kommt dieſe Lahmheit beim Pferde ziemlich oft vor, und ungleich öfterer, als man im Allgemei⸗ nen glaubt; ſie erſcheint faſt ausſchließlich an den Vorderfüßen. Läßt ſich an dem lahmen Schenkel nirgends eine auffallende Veränderung eines Theils entdecken, ſo wird der Fehler gewöhnlich für Bug⸗ lähme gehalten; dieſe iſt aber nach Verhältniß nur ſelten, und in der Regel hat man es in ſolchen Fällen mit der Hufgelenklähme zu thun. Das Pferd lahmt dabei mehr oder weniger ſtark; nach anhaltender Be— wegung wird die Lahmheit ſtärker; und es bleibt ſich dabei ziemlich gleich, ob das Pferd auf hartem oder wei⸗ chem Boden geht. Manchmal iſt die Lahmheit zu Zeiten geringer, ſo daß es ſcheint, als ob die Witte— rung einigen Einfluß darauf ausübe. Das Pferd tritt, umgekehrt als bei der rheumatiſchen Hufentzün⸗ dung, mehr auf die Zehe, und ſchont die Ballen; der Huf iſt ſelten vermehrt warm, der Puls klopft nicht ſtärker, und beim Drucke mit der Zange zeigt das Pferd keine Schmerzen im Hufe. Dieſer erſcheint in allen Theilen verkleinert, zuſammengezogen, wie zwanghu⸗ fig; die Trachten ſind ſehr hoch und eng, der Strahl mager. Leiden beide Füße zugleich, ſo hat das Pferd einen ſtuppigen Gang, ſtößt oft an und ſtolpert oft, greift im Gange nicht weit aus, und ſchont bald den einen, bald den andern Fuß, und wechſelt oft, um einen der Füße auf kurze Zeit zu ſchonen. Faſt alle
zwanghufigen Pferde, wenn ſie lahm gehen, leiden an Wagenfeld, Encyel.
der Hufgelenklähme, denn der bloße Zwanghuf macht das Pferd nicht lahm.
Am häufigſten entſteht die Krankheit durch ſtarke Sprünge, Fehltritte, durch Druck und Verletzung der Ballengegend. Feine und feurige Pferde leiden am öf⸗ terſten an dieſer Lahmheit. Ihren Sitz hat ſie theils im Strahlbeine, theils in dem Theile der Beugeſehne des Hufes, welcher über das Strahlbein hinwegglei— tet, und ſich am hinteren Rande des Hufbeins feſtſetzt. Anfangs iſt einer dieſer Theile, oder auch beide zu⸗ gleich, nur einfach entzündet; ſpäter wird das Gewebe der Theile angegriffen. Der Knorpel des Strahlbeins wird rauh und angefreſſen, ebenſo die Sehne.
Die Kur gelingt Anfangs in vielen Fällen. Der kranke Fuß wird in kaltes Waſſer geſtellt und in Kuh— miſt eingeſchlagen. Unter allen Umſtänden muß das Pferd im Stalle und in völliger Ruhe gehalten wer⸗ den, denn jede Bewegung vermehrt das Uebel, und verzögert oder hindert ſeine Heilung. Zeigt ſich bei dem Gebrauche der kalten Umſchläge nach zehn bis vierzehn Tagen nicht eine merkliche Beſſerung, ſo macht man rings um das Feſſelgelenk eine ſcharfe Ein⸗ reibung, und zwar mit der bei der Stollbeule verord⸗ netem Salbe; von ihr wird Abends einmal, und am nächſten Morgen nochmals, recht dick eingerieben. Sollte auch dieſes erfolglos bleiben, ſo zieht man acht bis vierzehn Tage ein Eiterband durch den Strahl. Man ſticht mit einer gekrümmten, ägends dazu ge⸗


