Teil eines Werkes 
[Hauptband] (1845)
Entstehung
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erfolgt zu ſein.

131. Knochenbruͤche. 399

nicht etwa zu feſt liegt, und ſo einen nachtheiligen Druck ausübt. Damit das Pferd theils eine Unterſtützung habe, theils um zu verhindern, daß es ſich nieder⸗ lege, ſtellt man es in einen Hängegurt. Nach vier bis fünf Wochen kann man die Bandage entfernen und verſuchen, ob etwa der Bruch feſt geheilt ſei; zeigt ſich noch Beweglichkeit an der Bruchſtelle, ſo wird die Bandage wieder auf einige Zeit angelegt. Zeigte ſich, gleich beim Beginn der Kur, eine bedeutende Geſchwulſt, ſo muß man die Einrichtung der Knochen ſo lange verſchieben, bis die Geſchwulſt zum Theil beſeitigt iſt. Kalte Umſchläge, ſelbſt Aderläſſe und Laxanzen ſind dann paſſend.

Bei kleineren Hausthieren umwindet man die Bruchſtelle mehrfach mit Leinwand, legt dann über dieſelbe mit Leinwand umwickelte Schienen von Holz⸗ ſpähnen, befeſtigt dieſe mit Bändern oder Riemen, und hält das Thier ruhig und im Stalle. Anfangs werden öfters Begießungen mit kaltem Waſſer gemacht, auch iſt oft nachzuſehen, ob ſich der Verband nicht verſchoben hat, oder etwa zu feſt oder zu locker ange⸗ legt iſt. Nach drei bis vier Wochen pflegt die Heilung Bei Hunden iſt es oft nöthig einen Maulkorb anzulegen, weil ſie leicht den Verband mit den Zähnen abreißen. Statt des Schienenverbandes kann man auch einen anderen wählen; man nimmt Papierſtreifen von anderthalb bis drei Zoll Breite, beſtreicht dieſe mit Kleiſter oder warmem Tiſcherleim, und legt dieſe Streifen um die Bruchſtelle, und zwar ſo oft übereinander, bis das Glied an der Bruchſtelle ſteif erſcheint. Ein ſolcher Verband, mit Geſchick an⸗ gelegt, iſt ſehr paſſend, denn Kleiſter und Leim trock⸗ nen und verhärten ſehr bald, und halten dann die Knochenenden in ihrer Lage.

e. e. Brüche der Knochen im Vorder⸗ knie ereignen ſich ſehr ſelten; die ganze Kur beſchränkt ſich auf kuͤhle Umſchläge und ruhiges Halten des Thieres.

f. f. Brüche des vorderen Schienbeins. Die Heilung erfolgt ziemlich leicht, ſelbſt beim Pferde und Rinde. Bei ihnen verfährt man weſentlich ſo, wie bei dem Bruche des Vorarms; Umwickelungen mit Leinwandſtreifen, Befeſtigung durch Schienen und das Legen des Schenkels in die Rinnmaſchine ſind auch hier erforderlich. Bei kleineren Hausthieren wird ein

Verband aus Papierſtreifen mit Kleiſter oder Leim an⸗

gelegt, oder das Schienbein mit ſteifem Leder um⸗ wickelt, oder mit Schienen verbunden.

. g. Brüche des Feſſelbeins. Sie hei⸗ len ziemlich leicht und auch vollkommen. Zu ihrer Heilung(bei Pferden) nimmt man ein Stück ſehr di⸗ ckes Leder, läßt daſſelbe in Waſſer erweichen, wickelt es alsdann feſt, und zwar in zwei Touren, um das gebrochene Feſſelbein, und befeſtigt es mittelſt ſtarker Bänder. Statt deſſen kann man auch einen Gips⸗ verband anlegen. Es wird eine Quantität Gips, mit feingeſchnittener Heede und etwas Sägeſpähnen ver⸗ miſcht, mit der erforderlichen Menge Waſſer angerührt, und der gebrochene Fuß bis zum Feſſelgelenke in die⸗ ſen Gipsbrei geſtellt. Dieſer Gipsverband wird in we⸗ nigen Minuten feſt, und hält die gebrochenen Knochen⸗ enden in ihrer Lage. Fünf bis ſechs Wochen ſpäter entfernt man den Gipsverband. Derſelbe muß unge⸗ fähr den Feſſel in einer Dicke von fünf bis ſechs Zollen umgeben.

h. h. Bei Brüchen des Kronenbeins iſt ebenfalls der Gipsverband am paſſendſten, andere Ar⸗ ten des Verbandes ſind hier nicht gut anzubringen.

i. i. Brüche des Hufbeins. Sie kommen ſelten vor; doch erfolgt ihre Heilung von ſelbſt, indem der Huf die Knochen in ihrer Lage erhält. Man ſchnei⸗ det die Sohle des Hufes recht dünn, und hält den Huf ſtets feucht und kühl; in zwei bis drei Monaten iſt die Heilung meiſtens erfolgt.

k. k. Brüche des Backenbeins. Im All⸗ gemeinen heilen Knochenbrüche des Hinterſchenkels bei Pferden und Rindvieh viel ſchwerer, als die des Vor⸗ derſchenkels, beſonders deshalb, weil das Thier wäͤh⸗ rend der langen Dauer der Kur nicht gut auf einem Hinterſchenkel allein ſtehen kann. Die Heilung iſt ganz der Natur zu überlaſſen, denn der Knochen liegt zu tief in Muskeln, um hier irgend eine Bandage an⸗ zubringen. Rind und Pferd ſtellt man in einen Hãän⸗ gegurt; kleine Thiere läßt man unbeachtet, denn die Heilung erfolgt meiſtens dennoch.

l. I. Brüche der Knieſcheibe ſind ſchwer zu heilen. Die Natur faſt nur allein kann hier möglicher⸗ weiſe eine Heilung zu Stande bringen.

m. m. Brüche des Schenkelbeins bei kleinen Hausthieren werden ebenſo behandelt, wie die Brüche des Vorarmbeins; beim Pferde wird ebenfalls auf gleiche Weiſe verfahren, doch iſt die Heilung pro⸗