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den kleineren Hausthieren. Daß bei Schafen und Schweinen viele Knochenbrüche leicht zu heilen ſind, wiſſen die meiſten Hirten. Die Heilung eines Kno⸗ chenbruches geſchieht auf folgende Art: An der Bruch⸗ ſtelle entſteht ſehr bald nach erfolgtem Bruche eine beträchtliche Entzündung, welche mit Ausſchwitzung einer Flüſſigkeit verbunden iſt. Dieſe Flüſſigkeit wird nach und nach hart, verwandelt ſich in Knorpel und ſpäter in Knochenmaſſe. Durch dieſe neue Knochen⸗ maſſe werden die Bruchenden des Knochens mit einan— der, wie durch einen Kitt, verklebt, und zwar in der Regel ſo feſt, daß leichter an jeder anderen Stelle des Knochens, als an der geheilten, ein neuer Bruch entſteht.
Die Urſachen der Knochenbrüche ſind zahlreich; faſt allemal ſind ſie mechaniſcher Art; indeſſen ſchei⸗ nen manche Individuen leichter einen Knochen zu bre⸗ chen, als andere, ſo daß dazu eine Verſchiedenheit in der Dispoſition ſtatt zu haben ſcheint. Eine überaus große Anlage zu Knochenbrüchen giebt die Knochenbrüchig⸗ keit des Rindviehs; da dieſe Krankheit jedoch ſchon früher ausführlich beſprochen worden iſt, ſo kann von ihr jetzt nicht weiter die Rede ſein. Die gewöhnlich⸗ ſten äußeren Veranlaſſungen der Knochenbrüche beſte⸗ hen in ſehr heftigen Stößen und anderen zerſchmet⸗ ternd wirkenden Gewaltthätigkeiten, z. B. Hufſchlä⸗ gen, Stürzen, heftigen Anſtrengungen und Sprüngenzc. Bei Zugpferden kann leicht ein Knochen brechen, wenn der Wagen umfällt, die Deichſel bricht ꝛc.; beim Wer⸗ fen, zum Zweck einer Operation, kann ein Pferd Rippen und ſelbſt Schenkelknochen brechen. Sogar das plötzliche Aufſpringen vom Lager kann einen Schenkelbruch zur Folge haben, und zwar durch das bloße Gewicht des Körpers.
a. Brüche am Kopfe. Es ereignet ſich zu⸗ weilen, daß beim Pferde, beſonders beim Ueberſchla⸗ gen auf Steinpflaſter oder durch Anrennen an eine Mauer, das Hinterhaupts⸗ oder das Schläfenbein zer⸗ ſplittert oder eingedrückt wird; ein Fall, der meiſtens tödtlich wird, da das dicht unter jenen Knochen gelegene Gehirn dabei mehr oder weniger leidet. Das Pferd liegt dann faſt gewöhnlich bewußtlos da, in heftigen tumultuariſchen Bewegungen, oder betäubt und wie ſchlafend. Hier iſt faſt jedes Hülfsmittel vergeblich; indeſſen kann man allenfalls verſuchen die Gehirnent⸗ zündung, welche hier allein den Tod bringt, durch ſtarke und wiederholte Aderläſſe, unausgeſetzte Um⸗
Knochenbruͤche.
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ſchläge von Schnee, Eis oder eiskaltem Waſſer auf den Schädel, ſo wie durch häufige Klyſtire und innerlich mit Glauberſalz, Salpeter und Calomel zu bekämpfen.
Häufiger als die genannten Knochen brechen die Stirnbeine, und beſonders die Augenbogen deſſelben; Anrennen mit dem Kopfe gegen harte Gegenſtände, Schläge mit dem Peitſchenſtile ꝛc. ſind die gewöhn⸗ lichſten Veranlaſſungen. Iſt bei dem Stirnbeine die äußere Haut verletzt, und ſtehen etwa Knochenſplitter hervor, ſo entferne man dieſe durch die Zange; in allen Fällen aber macht man anhaltend recht kalte Umſchläge, und ſind die Zeichen von Fieber, Betäu⸗ bung ꝛc. vorhanden, ſo pafſen Aderläſſe, Laxanzen, Klyſtire ꝛc. Iſt der Augenbogen des Stirnbeins ge⸗ brochen, ſo entſteht gewöhnlich eine ſehr heftige Augen⸗ entzündung. Dieſe ſucht man durch fortgeſetzte kalte Umſchläge zu mäßigen, allenfalls auch unter Ausfüh⸗ rung eines Aderlaſſes; iſt der Augenbogenknochen nie⸗ dergedrückt, ſo ſuche man ihn mit einem Haken wieder in ſeine natürliche Lage empor zu heben.
Beim Rindvieh ereignet es ſich ziemlich oft, daß ein Horn abbricht; entweder iſt das Horn nur vom Hornzapfen getrennt, oder letzterer ſelbſt iſt, ſammt dem Horne, abgebrochen; beide Fälle haben nicht viel zu bedeuten, und die dabei ſtattfindende Blutung ſtillt ſich von ſelbſt. Iſt das Horn blos vom Hornzapfen abgegangen, ſo ſchlage man einen mit Theer beſtrichenen Leinwandlappen um denſelben; in wenigen Monaten hat ſich der Zapfen mit neuer Hornmaſſe bedeckt. Iſt das Horn ganz abgebrochen, ſo kann man durch die entſtandene Oeffnung bis in die Stirnhöhle ſehen; auch hierbei iſt keine Gefahr. Man legt über die Oeff⸗ nung einen Theerlappen, und überläßt die Heilung der Natur. Nach und nach ſchließt ſich die Oeffnung, in⸗ dem ſich theils Haut, theils eine unfoͤrmige Hornmaſſe über der Oeffnung bildet. Sollte der Hornzapfen einen ſplittrigen Bruch haben, ſo ſäge man ihn bis zu der Stelle, wo die Splitterung aufhört, ab, und lege dann über denſelben einen Theerlappen.
Nicht ſelten ereignet es ſich beim Pferde, daß durch irgend eine Gewaltthätigkeit die Naſenbeine zerbrechen und eingedrückt werden; man findet dann an der Stelle eine widernatürliche Vertiefung. Die Naſenſchleim⸗ haut wird dadurch entzündet und verdickt, der Naſen— kanal aber verengt, wodurch dann der Luftſtrom durch die Naſengänge erſchwert iſt, ſo daß ein ſchnaufendes Athemholen entſteht. Durch die dadurch
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