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befallen werden, welche denen des Menſchen ſehr ähn⸗ lich, nur größer ſind; gewöhnlich ſind dergleichen be⸗ fallene Thiere Kümmerlinge und ſchlecht gepflegt. Aber mitunter ſieht man auch Läuſe bei den beſtgenährten und ſehr reinlich gehaltenen Stücken. Sie haben mei⸗ ſtens in den Mähnen, dem Schweife und auf dem Kreuze ihren Sitz; ſie ſcheinen das Thier nicht ſehr zu incommodiren, und nicht mit einem erheblichen Jucken verbunden zu ſein. Sind dieſelben in großer Zahl vorhan⸗ den, ſo können ſie vielleicht die Ernährung des Thieres etwas ſtören, weshalb ihre Entfernung bewirkt werden muß. Dieſes geſchieht leicht dadurch, daß man von Zeit zu Zeit, und bis zum Verſchwinden der Läuſe, etwas graue Merkurialſalbe auf den Grund der Haare an den befallenen Stellen ſtreicht. Noch beſſer iſt fol⸗ gendes Mittel: Ein viertel Pfund Peterſilienſamen wird mit einem Quart kochenden Waſſers übergoſſen, und mit dieſem Aufguſſe, nachdem er etwa eine Stunde hindurch gezogen hat, werden Mähnen, Schweif und Kreuz gründlich gewaſchen; die Läuſe verſchwinden ge⸗ wöhnlich ſchon nach einer einzigen Waſchung. Sollte dieſes nicht der Fall ſein, ſo kann man ſie nach etwa acht Tagen wiederholen. Ein anderes Inſekt, von welchem das Pferd oft ſehr gepeinigt wird, iſt die Pferdelaus⸗ fliege; dieſelbe iſt faſt ſo groß als eine Stubenfliege, platt und von brauner Farbe. Gewöhnlich ſetzt ſich dieſes Inſekt an die dünnbehaarten Theile des Bau⸗ ches, deshalb an Euter und Schlauch, und an die innere Fläche der Hinterſchenkel; hier ſaugt es ſich mit ſeinem Rüſſel ſehr feſt ein, und erregt dem Pferde nicht ſelten ſolche Schmerzen, daß daſſelbe unruhig und wild wird, hintenausſchlägt, und ſich wie raſend ge⸗ berdet. Oft iſt eine einzige derartige Fliege im Stande dieſes Benehmen des Pferdes hervorzubringen. In einem ſolchen Falle ſuche man ſich dem Pferde mit Vorſicht zu nähern, um die Lausfliege mit den Fin⸗ gern oder mit einem Stöckchen zu entfernen. Manch⸗ mal aber häufen ſich dieſe Inſekten ſo ſehr, daß ſie dem Thiere durch den erzeugten Säfteverluſt ſichtbaren Schaden bringen, und da hier dann das Ableſen nicht gut ausführbar ſein würde, ſo wendet man folgendes Mittel an. Mineraliſcher Moor, vier Loth, und Schweinefett, ein halbes Pfund, werden zur Salbe gemiſcht; mit ihr wird das Haar an den befallenen Stellen dünn beſtrichen; vierundzwanzig Stunden ſpä⸗ ter ſind die Lausfliegen verſchwunden, und es iſt dann anzurathen, die Salbe mit grüner Seife und warmem
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129. Ungeziefer.
Waſſer wieder abzuwaſchen. Oft werden die Pferde, beſonders im Sommer und Herbſte, durch verſchiedene fliegenartige Inſekten geplagt; namentlich durch die ſogenannte blinde oder Stechfliege; es entſtehen nach ihren Stichen kleine Beulen auf der Haut, und das Pferd leidet von ſolchen Fliegen oft ſehr, beſonders wenn ſie ſich in das Ohr, an den Schlauch, die Naſe zc. ſetzen; das Pferd wird unruhig, ſtampft und ſchlägt mit den Füßen ꝛc. Noch ſchmerzhafter, und ſelbſt gefährlich, ſind die Stiche der Bienen, Weſpen und Horniſſen, und es ſind ſogar Fälle bekannt, in de⸗ nen Pferde durch ganze Schwärme ſolcher Inſekten ge⸗ tödtet wurden. Durch Fliegennetze kann man die Flie⸗ gen zum Theil abhalten, und es würde dieſes noch ſicherer durch verſchiedene Mittel, z. B. durch Wa⸗ ſchungen mit einer Abkochung von Coloquinten gelin⸗ gen, allein dieſes müßte oft wiederholt werden, wo⸗ durch das Mittel theils theuer, theils umſtändlich wird. Sollte ſich der Fall ereignen, daß ein Pferd von einem Bienenſchwarm ꝛc. überfallen würde, ſo müßte man ſofort ſehr ſtark zur Ader laſſen, und das Pferd ent⸗ weder ſehr oft mit kaltem Waſſer begießen, oder noch beſſer bis über den Rücken anhaltend ins kalte Waſſer ſtellen. Der Oeſtrusfliegen und der Krätzmilben, welche ebenfalls hierher gehören, iſt ſchon a. a. O. ausführ⸗ licher Erwähnung geſchehen.
b. Beim Rinde. Auch das Rind wird zuwei⸗ len von Läuſen befallen, zumal Kälber und Jungvieh, beſonders ſolches, welches unrein gehalten und ſchlecht gefüttert wird. Kopf, Hals, Schultern und Rücken ſind der häufigere Sitz der Läuſe; geſchieht nichts zu ihrer Vertreibung, ſo kann das befallene Stück ſo ſehr herunterkommen, daß es zu Grunde geht. Die Kur kann ganz ſo eingerichtet werden, als bei den Läuſen des Pferdes; außerdem ſind auch noch folgende Mit⸗ tel ſehr wirkſam. Es wird ein Pfund Tabak mit vier Quart Waſſer eine halbe Stunde hindurch gekocht, die Flüſſigkeit durchgeſeihet, mit zwei Quart Branntwein gemiſcht, und mit dieſer noch heißen Flüſſigkeit der befallene Theil der Haut gewaſchen oder ſtark benetzt. Reinliches Halten des Thieres, öfteres Putzen und gutes und hinreichendes Futter beſchleunigen und befe⸗ ſtigen die Kur. Der Viehbremſen iſt ſchon früher erwähnt.
c. Beim Schafe. Die Laus der Schafe iſt die kleinſte von allen; ſie findet ſich zuweilen, ſelbſt bei den beſtgenährten und geſundeſten Stücken, ohne be⸗ kannte Urſachen. Iſt das Schaf ungeſchoren und lang⸗


