Das Kämmen der Wolle. 129
Wir erhalten drei Produkte: die langen Haare, welche den Kammzug bilden, die kürzeren Haare, welche Kämmlinge
trchmn. heißen, und die ganz kleinen Wollteilchen, welche Kammflug deg beder oder Kammſtaub genannt werden. Der Zweck des Kämmens langt mmr wird um ſo beſſer erreicht, je weniger Haarenden ſich in einer Erden a beſtimmten Fadenlänge vorfinden; zu kurze Wollen vermögen nachen ſt die Kammmaſchinen nicht zu faſſen; die Länge der zur Kammwoll⸗ treitgen fabrikation beſtimmten Wollen ſoll mindeſtens 6,5 cm betragen. ten in wi Die Landwirte ſollen ſich aber auch davor hüten, zu lange verden d Wollen zu produzieren; denn dieſe ſind für die Kammwoll⸗ ennt, dl fabrikation doch erſt recht unbrauchbar; ſie werden von den ffernt un Kämmen einfach entzweigeſchnitten und haben dann weder als tſteft nar Kämmlinge noch als Kammzug einen Wert. Das Kämmen verotinn der Wolle iſt wohl der wichtigſte Teil für die Spinnerei; ich em ſchn halte es daher für angemeſſen, Erklärungen der dazu not⸗ treen d wendigen Maſchinen zu geben. Während früher die Wolle
allgemein mit der Hand gekämmt wurde, gebraucht man jetzt alſo do Maſchinen dazu. Auf die Syſteme ſelbſt kann ich natürlich anpel ur nicht eingehen; nur ſei bemerkt, daß zwei Syſteme in Deutſch⸗ über duh land faſt allgemein angewendet werden, das Liſterſche Syſtem d einna und das Syſtem Heilmann oder Schlumberger. Die Maſchinen⸗ diſe l⸗ arbeit beſteht in vier Operationen, nämlich: 1. in der Zu⸗ andet uj führung der von dem Strecken kommenden, zu kämmenden e vir Bänder, 2. in der Trennung des Kammzuges von den Kämm⸗ tzaind lingen(oder in der Trennung der langen von den zu kurzen er wid Wollfaſern), 3. im Trennen des gekämmten Bandes von den dh vi noch nicht gekämmten Bändern, 4. im Reinigen der Kämme n Eirt und der übrigen zum Kämmen dienenden Maſchinenteile. annſtib Dieſe vier Operationen charakteriſieren wieder drei Haupt⸗ mmen
ri organe, welche dieſelben ausführen, nämlich 1. den Speiſe⸗ 1,* oder Einſchlagapparat, 2. den Arbeits⸗ oder Kämmapparat, 1 3. den Ausziehapparat mit den Unterorganen für die Ver⸗ un einigung der einzelnen Züge zu einem zuſammenhängenden Bande und für die paſſende Entfernung der Kämmlinge. Die 1 Konſtruktion der Kämmmaſchinen iſt ſehr verſchieden aus⸗ geid geführt, und kann der Kämmapparat allein nach drei ver⸗ ſchiedenen Prinzipien konſtruiert werden. Da jeder Kämm⸗ apparat, ähnlich der Handkämmerei, aus zwei Elementen be⸗ ſtehen muß, nämlich aus einem feſtſtehenden und einem be— Heyne, Schafzucht. 9


