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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Die Appretur des Tuches. Die Rauherei. 115

Eine andere Analyſe ¹) zeigt folgende Zuſammenſetzung:

Kieſelerde 51,91, Tonerde 12,25, Eiſenoxyd 2,07, Magneſia 4,89, Kalkerde 2,13, Waſſer 27,89.

Dem Fabrikanten iſt die Walkererde ſehr erwünſcht; erſtens iſt ſie bedeutend billiger als die Seife, und zweitens geht bei Anwendung derſelben die Verfilzung leichter vor ſich. Über den Gebrauch der Walkerflüſſigkeit ſind die Anſichten geteilt; die einen Fabrikanten wenden ſie kalt, die anderen warm an; ſo viel ſteht feſt, daß die kalt angewendete Walkerflüſſigkeit den Loden mehr durchdringt und beſſer verfilzt, während die Ver⸗ filzung der warmen Walkerflüſſigkeit nur als eine leichte, ober⸗ flächliche zu bezeichnen iſt.

Die letzte Manipulation vor der Appretur iſt das aber⸗ malige Waſchen und Trocknen des Tuches. Hat das Tuch die Walke paſſiert, ſo wird es, um es nochmals gründlich zu reinigen, in kaltem, aber weichem Waſſer gewaſchen und nachher auf dem Trockenrahmen getrocknet, zugleich aber auch gereckt, d. h. ſoweit gedehnt, bis es in allen ſeinen Teilen gleich breit und gleich lang iſt, da der Loden in der Walke ſich zuſammengezogen hat. Mit dieſer Manipulation könnte eigentlich die Herſtellung des Tuches als beendet angeſehen werden, denn es hat nun⸗ mehr die erforderliche Feſtigkeit; bevor es aber als Marktware aus der Fabrik hervorgeht, iſt es noch verſchiedenen Mani⸗ pulationen unterworfen, welche man unter dem Namen Appretur zuſammenſetzt.

Die Appretur des Tuches.

Die Appretur des Tuches zerfällt im allgemeinen:

1. in Rauherei,

2. Rahmen,

3. Scheren und Preſſen, 4. Dekatieren des Tuches.

Die Rauherei. Der Zweck des Rauhens iſt, einen dicht⸗ beſetzten, glatten Stapel auf der Oberfläche des Tuches zu erzeugen.

¹) Annalen der Phyſik und Chemie von Poggendorf. 8*