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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung und Ernährung des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Zuchtmethoden. 21

der Züchtung der Woll⸗ und Fleiſchherden im großen Maß⸗ ſtabe in Anwendung gebracht, um a) einem Stamme die ihm fehlenden Eigenſchaften beizubringen oder ihn zu vervollkommen, b) die vorhandenen Mängel zu beſeitigen, c) die Vorzüge zweier Raſſen für einen beſtimmten Zweck zu vereinigen. Jede Kreuzung iſt, da ſie immer mit mehr oder weniger heterogenen Zuchttieren vorgenommen wird, in ihrem Erfolg zweifelhaft. Man unterſcheidet a) vorübergehende Kreuzung(Blutauffriſchung) und b) dauernde Kreuzung. Dieſe wendet man bei Herden an, welche noch auf einer niedrigen Stufe ſtehen. Sie wird konſequent, wenn bei der Wahl der anzuwendenden männlichen Tiere ſtets ein und dasſelbe Prinzip befolgt wird. Wechſelnd wird ſie, ſobald das angenommene Prinzip verlaſſen und mit Tieren verſchiedener Stämme oder Raſſen gekreuzt wird. Dieſe letzte Art der Züchtung iſt zu verwerfen, da ſchon manche gute Herde durch den beſtändigen Wechſel des Prinzips der Züchtung verdorben worden iſt. Die angeführten Arten der Kreuzung gehören der rationellen Züchtung an. Die bleibend urſprüng liche Kreuzung tritt ein, wenn zwei Tiere heterogener Raſſen miteinander gepaart werden, um die Vorzüge beider Raſſen für einen beſtimmten Zweck zu erreichen, und wenn die daraus hervorgegangenen Meſtizen von der weiteren Verwendung zur Zucht ausgeſchloſſen werden. Die gemiſchte Kreuzung findet ſtatt, wenn Tiére zufällig oder abſichtlich ohne beſtimmten Zweck miteinander gepaart werden, welche verſchiedenen Raſſen an⸗ gehören oder ungewiſſen Urſprungs ſind. Dieſe Kreuzung iſt eine wilde, unwürdige Züchtung. Mathematiſch drückt man die Veredelung durch Zahlen aus, indem von Halb⸗ und Dreiviertel⸗ blut geſprochen wird. Das Halbblut iſt aus halb edlem und halb unedlem, das Dreiviertelblut aus ¾ edelm und ¼ un⸗ edlem Blute zuſammengeſetzt. Vollblut, mit unedlem Blute gepaart, gibt in 1. Generation ½ Blut, ½ Blut gibt in 2. Generation ¾ Blut, ¾ Blut gibt in 3. Generation% Blut, s Blut gibt in 4. Generation 15⁄16 Blut, 1 ⁄16 Blut gibt in 5. Generation 2 Blut, 31⁄12 Blut gibt in 6. Generation 63/64 Blut, 3364 Blut gibt in 7. Generation 12/128 Blut, 127/128 Blut gibt in 8. Generation 255256 Blut.

Im 2²55/½36 Blute iſt nur noch ½ 5e unedles Blut vorhanden, welches kaum mehr zum Ausdrucke gelangt. Man erkennt es daher als Vollblut an.