224 Neunzehntes Kapitel. Die Pflege der Naturwieſen.
Weber empfiehlt dann ſpezielle Miſchungen zur Nachſaat. Man ſollte ſich hierbei auf wenige hochwachſende, ergiebige Arten beſchränken.
Die Vertilgung größerer Wieſenunkräuter.
Die Wieſe beherbergt vielfach eine große Anzahl Unkräuter, welche ſich weder durch entſprechende Düngung, noch durch Be⸗ weiden, noch durch das Eggen vertilgen laſſen, ſondern nur durch Ausrottung von Hand vollſtändig zu beſeitigen ſind. Zu dieſen böſen Gäſten zählen:
Die Herbſtzeitloſe, Colchicum autumnale L.
Die großen Ampferarten, Rumex obtusifolius L., crispus L. etc.
Der Breitwegerich, Plantago media L.
Die Wieſenſkabioſe, Knautia arvensis Coult. L.
Die Wieſenflockenblume, Centaurea Jacea L.
Die Skabioſenflockenblume, Centaurea Scabiosa L.
Das langwurzlige Ferkelkraut, Hypochaeris radicata L.
Die Cypreſſen⸗Wolfsmilch, Euphorbia Cyparissias L.
Der Weinbergslauch, Allium vineale L. u. a. m.
Die Landwirte ſchenken im allgemeinen der Vertilgung der⸗ ſelben viel zu wenig Aufmerkſamkeit und laſſen ſie jahrelang fort⸗ wuchern, bis der Futterbeſtand vorherrſchend nur aus minderwertigen Arten beſteht. Die Erfahrung hat bewieſen, daß dort, wo dieſelben nicht in großer Menge vorkommen, ſie mit relativ wenig Mühe vertilgt oder doch eingeſchränkt werden können. Wo ſie ſich aber zu ſtark vermehrt haben, da bleibt nichts anderes übrig, als den Boden umzubrechen und früher oder ſpäter friſch mit Grasſamen zu beſäen. Wo ſie dagegen in nicht zu ſtarkem Maße auftreten, da laſſen ſie ſich ohne große Koſten leicht vertilgen. Zu dieſem Zwecke werden verſchiedene Methoden und mancherlei eigenartige Geräte angewendet, denn der Landmann iſt in ſolchen kleinen Sachen ſehr erfinderiſch. Die Vertilgungsmethode muß ſich dem Wuchſe der Pflanze anpaſſen, weshalb eine Beſprechung der wichtigſten Arten notwendig iſt.
Die Herbſtzeitloſe. Zu den unliebſten Unkräutern dieſer Art gehört die Herbſtzeitloſe(Colchicum autumnale), deren Blüten ſich bekanntlich im Herbſt entfalten, wogegen die Früchte erſt im Frühjahr zum Vorſchein kommen(Fig. 151). Nachdem die Blüten im Herbſt verblüht und abgeſtorben ſind, entwickeln ſich ſchon während des Winters im Boden die Samenkapſel und die Blatt⸗


