220 Neunzehntes Kapitel. Die Pflege der Naturwieſen. 1
Das neueſte Modell, die ſogen.„Sternegge“ bietet den Vorteil, daß durch einfache Drehung um ¾¼ Kreis die im Gehäuſe des Eggen⸗ gliedes gedeckt liegenden Zähne heraus⸗ und die ſtumpfen in daſſelbe hinein⸗ treten und ſo durch eine leichte, von jedermann vorzunehmende Bewegung die Egge neu gezahnt werden kann.
Mit der Wieſenegge kann man auch in einfachſter Weiſe die Maulwurfshaufen verebnen und den im Frühjahr noch unvollſtändig zerſetzten Dünger verreiben, ſo daß dann das noch unzerſetzte Stroh leicht abgerecht werden kann. Zu letzterem Zwecke kann man aller⸗ dings auch eine gewöhnliche hölzerne Egge verwenden, in welche der Länge nach zwiſchen die Zähne Dornen eingeflochten ſind oder eine eigentliche Dornegge, die Strauchſchleife, benutzen(Fig. 147).
Das Verjüngen der Wieſen.
Unter Umſtänden kann es angezeigt ſein, eine noch gründlichere Bearbeitung der Wieſe vorzunehmen, als es durch bloßes Wieſen⸗
Fig. 148. Neuer Wieſenpflug„Sappeur“.
eggen der Fall iſt. Ein ſolches Verfahren wurde weiter oben (S. 201 f.) bereits beſchrieben. In neuerer Zeit ſind jedoch beſondere Spanngeräte konſtruiert worden.
Schon vor mehr als fünfzig Jahren empfahl der Hohenheimer Wieſenbaumeiſter F. Häfener in ſeinem Buche über Wieſenbau (Reutlingen und Leipzig 1847, S. 461 f.) einen zu dieſem Zwecke konſtruierten Sechpflug mit 8 Rillmeſſern, welche in den Raſen in Abſtänden von 3—4 Zollen 5 Zoll tiefe Rillen ſchneiden. Ein ähnliches Rillverfahren iſt ſpäter auch von dem Kultur⸗


