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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
Entstehung
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216 Neunzehntes Kapitel. Die Pflege der Naturwieſen.

Ungedüngt Mit Superphosphat gedüngt 11,05% 12,8%.

1 0 Fn einzelnen Fällen ſtieg der Eiweißgehalt durch die Düngung bis auf 20%. Wir erzielten bei unſeren Verſuchen bei den ungedüngten Parzellen

per Ar Erträge von 21 bis höchſtens 51,5 kg, von den mit Phosphat gedüngten dagegen 24 89 kg.

Hoensbroech⸗Türnich erntete per Hektar:

Ungedüngt 146,52 Ztr. Heu mit 7,91% Eiweiß, 1,91% Fett und 0,3% Phosphorſäure;

Mit 1000 kg Thomasmehl und 600 kg Kainit gedüngt 266 Ztr. Heu mit 11,46% Eiweiß, 2,56% Fett und 0,59% Phosphorſäure.

Infolge Verwendung von Phosphorſäuredüngernahm alſo der Prozentſatz der Kleearten zu, das Futter wurde beſſer und der Ertrag größer.

Aber auch auf Wieſen, welche mit Miſt oder Gülle gedüngt wurden, nimmt bei Anwendung von Phosphatdünger der Prozent⸗ ſatz des Klees zu, am langſamſten bei den eigentlichen Ammoniak⸗ wieſen, weil die Kleepflanzen hier meiſt fehlen, oder weil die robuſten Ammoniakpflanzen das Aufkommen derſelben hindern. Durch Nach⸗ ſaat von Kleeſamen und durch direkte Bekämpfung der Unkräuter läßt ſich aber auch hier nach einigen Jahren bei Zufuhr von Phosphorſäuredünger etwas erreichen. Gleichzeitig muß man aber, wie ſchon erwähnt, jedwede Düngung mit Miſt unterlaſſen.

Durch den Phosphat⸗ und Kalidünger wird auf der Wieſe zugleich auch das Moos vertrieben, wenn ſolches vorhanden iſt. Beſonders iſt dies bei Anwendung von Kaliſalzen der Fall. Da das Moos den Boden verſauert und den guten Pflanzen ſchadet, ſo iſt dies eine weitere vorteilhafte Wirkung dieſer Dünger.

Wäſſerwieſen ſind beſonders dankbar für eine Phosphat⸗ düngung.

Für die Düngung von Rieſelwieſen mit Kunſtdünger ſtellen J. König und E. Haſelhoff, geſtützt auf Verſuche, folgende Regeln auf:

1. Man dünge tunlichſt nur bei vorhandenem mehr oder weniger lebhaftem Pflanzenwachstum.

2. Im Falle der Düngung mit Kali empfiehlt es ſich mehr, wieder⸗ holt kleine Mengen in Zwiſchenräumen, als die ganze Menge auf einmal zu verwenden.

3. Iſt das Rieſelwaſſer arm an Salpeterſäure und ſind die Wieſen dankbar für Stickſtoff⸗Düngung, ſo kann man auch Rieſelwieſen unter Be⸗ achtung der obigen Regel mit Salpeter düngen, ohne weſentliche Verluſte an Stickſtoff befürchten zu müſſen.