Düngung der Wieſen mit Kunſtdünger. 215
Miſt, Gülle und Superphosphat oder Thomasmehl. Und zwar iſt es beſſer, im gleichen Jahr eine halbe Düngung von Superphos⸗ phat oder Thomasmehl und eine halbe Düngung von Miſt oder Gülle zu geben, als das eine Jahr eine volle Düngung von Miſt oder Gülle und das andere Jahr eine ganze Düngung von Super⸗ phosphat oder Thomasmehl. Man wechſle alſo häufig und gebe auf einmal lieber weniger!
Auf Magerwieſen, die man nicht mit Miſt oder Gülle düngen kann, iſt es in der Regel angezeigt, einen Kunſtdünger anzuwenden, der neben Phosphorſäure und Kali auch etwas(1—2%) Stick⸗ ſtoff enthält, z. B. Kaliammoniakſuperphosphat(KA).
Wenn der Boden einigermaßen gut iſt, ſo iſt es erſtaunlich, wie der Ertrag durch Anwendung dieſes Düngers geſteigert werden kann. Aber nicht nur der Ertrag wird vermehrt, ſondern die Qualität des Futters wird verbeſſert, da die Kleearten infolge der Phosphorſäurezufuhr ſtark zunehmen. Weil nun aber die Klee⸗ arten ſehr reich ſind an Eiweiß, ſo erzielt man gleichſam ein Kraft⸗ futter, wodurch der Bedarf von eigentlichen Kraftfuttermitteln ein⸗ geſchränkt werden kann.
Auch das knochenbildende Material, der phosphorſaure Kalk, iſt reichlicher vorhanden, was beſonders für die Jungviehhaltung ſehr wichtig iſt.
Wir ermittelten bei unſern Verſuchen im Jahre 1889 und 1890 folgende Prozentſätze an Kleearten im Raſen nach voraus⸗ gegangener Superphosphatdüngung:
1 Mit Superphosphat Ort Schnitt Ungedüngt rdirun ph
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Großmatt.. I. Schnitt 24,4 37,6 II.„ 2,8 45,2
Rotberg.. 2,5 51,3 Dietikoen.. I. Schnitt 1,0 42,5 II.„— 20,5
Niederbipp.. 10,5 35,4
Bei den Verſuchen des ſchweizeriſchen landwirtſchaftlichen Vereins fand Dr. Grete in dem 1886 geernteten Dürrfutter im Mittel einen Ei⸗
weißgehalt:


