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Die Düngung der Wieſen mit Stallmiſt und Gülle. 207
hälter am Wege eines kleinen Waſſerlaufes ein. Auch Schlachthaus⸗ abfälle, Blut, ſtädtiſche Latrinenſtoffe u. ſ. f. könnten hier mit Vorteil zur Herſtellung von Gülle dienen. Zum Schutze kann der Behälter mit einem einfachen Dache gedeckt werden(Fig. 136).
So große Vorteile die Anwendung von Gülle bietet, ſo machen ſich bei unrationeller Verwendung auch große Mängel geltend. Die gleichen Mängel finden ſich aber auch beim Stallmiſt.
Früher hörte man ganz allgemein die Meinung vertreten, der Miſt ſei ein Univerſaldünger, das heißt er enthalte alle
Fig. 136. Güllebehälter auf freiem Felde, mit einem Schutzdach.
Nährſtoffe, welche die Pflanze zu ihrem Wachstum nötig habe, ins⸗ beſondere Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali. Dies iſt aber nicht richtig! Der Miſt enthält zwar alle die drei genannten Nährſtoffe, aber nicht von allen genug. Der Miſt iſt vorzugsweiſe ein Stickſtoff⸗ dünger; er enthält in der Regel auch genug Kali, aber zu wenig Phosphorſäure. Er iſt deshalb kein Univerſaldünger!
Noch viel weniger iſt dies bei der Gülle der Fall.
Wenn man deshalb eine Wieſe fortdauernd nur einſeitig mit Miſt oder gar nur mit Gülle düngt, ſo wird dieſelbe überſättigt mit Stickſtoff, der gleiche Boden kann aber Mangel leiden an Phosphorſäure. Die Folge davon iſt, daß die Phosphorſäure⸗ pflanzen verſchwinden und die Ammoniak⸗ oder Miſtpflanzen


