206 Neunzehntes Kapitel. Die Pflege der Naturwieſen.
Zum Transport der Gülle eignen ſich am beſten niedrige Wagen, mit breiten Wagenfelgen, einem großen, viereckigen Kaſten, der nach Belieben nach hinten geſenkt werden kann, mit Jauchever⸗ teiler und großem, aber gut verſchließbarem Deckel(Fig. 135).
In der Regel wird im Frühjahr und Vorſommer Gülle in großen Mengen bereitet, während im Herbſt und Winter, wenn man ſie weniger vorteilhaft verwerten kann, feſter Dünger pro⸗ duziert wird.
In den intenſiven Graswirtſchaften werden die näher ge⸗ legenen Wieſen in der Regel jährlich zweimal begüllt und man
Fig. 135. Güllen⸗Transportwagen.
erzielt dann gewöhnlich drei bis vier Schnitte, unter Umſtänden ſogar fünf.
Trotz der großen Vorteile der Anwendung flüſſigen Düngers gibt es Gegenden, wo man keine Güllenbehälter beſitzt, obſchon man hier bei Anwendung von Gülle den Ertrag der Wieſen verdoppeln und vervielfachen könnte. Freilich erfordert eine richtige Güllen⸗ wirtſchaft viel Arbeit, um ſo mehr, je zerſtückelter der Grundbeſitz und je coupierter das Terrain iſt. Aber auch unter relativ un⸗ günſtigen Verhältniſſen läßt ſich dieſe einführen, wenn man ſich richtig einrichtet. Für entferntere Wieſen kann die Sache weſentlich erleichtert werden, wenn man auf freiem Felde Güllebehälter aufſtellt. Die Exkremente werden in konzentrierter Form in dieſe auf der Wieſe befindlichen zementierten Tröge gebracht und erſt hier mit Waſſer verdünnt, um dieſen Ballaſt nicht unnötig weit transportieren zu müſſen. Man richtet zu dieſem Behufe den Be⸗


