1. Die Futterwicke. 39
ſo ſäet man ſie am beſten in Miſchung mit einer andern Pflanze, die ſie in die Höhe hält. Meiſt wählt man hierzu Hafer, eine Miſchung, die man als„Wickhafer“ bezeichnet.
Sehr allgemein wird etwa ¾ Wicken und ¼ Hafer geſäet, was nach obiger Tabelle bei Breitſaat im Mittel 187 kg Wicken und 50 kg Hafer trifft oder etwa 2,4 hl Wicken und 1,1 hl Hafer.
Fruwirth empfiehlt bei Breitſaat 160—240 kg, bei Drillſaat 130 bis 200 kg Wicken und dazu 35 bis 45 kg Hafer.
Guido Krafft rechnet bei Drillſaat zuſammen 3,2 hl Hafer und Wicken— und zwar bei billigen Wickenpreiſen 2,2 hl Wicken und 1 hl. Hafer, bei hohen Wickenpreiſen 1,6 hl Wicken und 1,6 hl Hafer pro Hektar.
Oft ſetzt man der Miſchung noch etwas Sommerroggen bei. Man ſäet ½— Wicken und ⅛— ⁄½ Sommerroggen. Seltener miſcht man Raps oder Gerſte bei, dagegen oft Erbſen und Acker⸗ bohnen.
In Hohenheim baute man lange Jahre breitwürfig folgende Miſchung pro Hektar: 6⁄513= 97 kg Wicken; 1⁄12= 63 kg Hafer; ⁰¼1 23= 16 kg Ackerbohnen; ⁄1½= 16 kg Erbſen. Gegenwärtig ſäet man dagegen da⸗ ſelbſt bei Drillſaat nach Strebel: 61%= 110 kg Wicken; 25%= 45 kg Hafer; 14%= 25 kg Gerſte.
Von der Saat bis zum Schnitte rechnet man drei Monate.
Sehr dankbar ſind die Wicken für eine Superphosphat⸗ düngung, während das beigemengte Getreide eine Düngung mit Miſt liebt..
Fruwirth rechnet pro Hektar 60— 80 kg lösliche Phosphorſäure.
Im Getreide kommen mehrere Wickenarten, ſo namentlich Vicia hirsuta, tetrasperma, angustifolia etc., dann auch einjährige Lathyrus- Arten als Unkraut vor und gelangen auch in das Ernteprodukt; die Samen derſelben werden häufig mittelſt Trieur aus der Saat ausgeputzt und in den Handel gebracht, die feinkörnigeren Arten als„Vogelwicke“, die größeren als„Saatwicke“. Sie können aber die Saatwicke keineswegs erſetzen und ſind im Ertrag viel geringer.
Die im Handel vorkommenden oſteuropäiſchen(ungariſchen und ruſſiſchen) und aſiatiſchen(Levantiner) Wicken enthalten häufig ſehr viel ſolche geringwertige Arten, oft auch einjährige Platterbſen bei⸗ gemiſcht. Natürlich hat eine derartige Ware auch einen untergeordneten Wert, während die aus Süddeutſchland in den Verkehr gebrachten„Erbs⸗ wicken“, eine Miſchung von Ackererbſen und Saatwicken darſtellen und als
ſolche ſich zur Saat ſehr empfehlen.
b) Die Winterwicke wird gewöhnlich Ende Auguſt in Miſchung mit Roggen geſäet. Da der Roggen ſich jedoch ſchneller entwickelt, ſo wurde empfohlen, dieſen erſt ſpäter mit der Säe⸗


