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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
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Viertes Kapitel. Die einjährigen Futterpflanzen. 35

gepflügt. Es ſind das die Sommergewächſe(O).— Oder die Pflanze wird im Sommer oder Herbſt ausgeſäet und wird erſt nächſtes Frühjahr Ende April bis Ende Mai genutzt. Da ſie ihren Lebenszyklus damit ebenfalls abgeſchloſſen hat, ſo wird nun das Feld mit etwas anderem bebaut. Letzteres ſind die Winter⸗ gewächſe(O), nicht zu verwechſeln mit den eigentlich Zweijährigen Gewächſen(—)— das ſind jene Pflanzen, welche von der Keimung bis zur Samenreife zwei Jahre oder doch mehr als zwölf Monate gebrauchen, wie das Habermark(Tragopogon orientalis L.), der gemeine Pippau(Crepis biennis L.), die ſich in einem Jahr ver⸗ ſamen und keimen, im nächſten ſterile Triebe erzeugen und erſt im folgenden Blüten und Früchte bilden, ſich dann wieder verſamen oder hernach abſterben. Weil die Kultur und die Nutzung der einjährigen Sommer⸗ und Wintergewächſe übereinſtimmt und ſie das Feld höchſtens 10—11 Monate in Anſpruch nehmen, ſo ſind ſie in Wirklichkeit nur einjährige Pflanzen und man rechnet ſie deshalb zu dieſen. Allerdings erſtreckt ſich ihr Leben auf zwei verſchiedene Jahre.

Bei manchen Arten gibt es allerdings ſowohl Kulturformen, die als Sommergewächſe, und ſolche, die als Wintergewächſe gebaut werden können, ſo z. B. gibt es bei Wicken: Sommerwicken und Winterwicken; bei den Erbſen: Sommererbſen und Wintererbſen; beim Roggen: Sommerroggen und Winterroggen. Beim Inkarnat⸗ klee kann ſogar die gleiche Saat ſowohl als Sommergewächs wie als Wintergewächs gebaut werden, während Mais, Buchweizen, weißer Senf u. a. m. nur Sommergewächſe ſind.

Einzelne Arten werden als Nachfrüchte irgend einer Pflanze, die das Feld früh verläßt, angebaut, in der Regel nach Getreide. Da ſie in dieſem Falle nach mehr oder weniger gründlicher Be⸗ arbeitung des Bodens in die Stoppel geſäet werden, ſo nennt man ſie auch„Stoppelfrüchte“.

Die Ernte fällt dann in den Herbſt, weshalb man dieſe Ge⸗ wächſe auch als„Herbſtfutterpflanzen“ bezeichnet.

Zu dieſen Arten gehören: Wicken, weißer Senf, Spörgel, Sommergetreide, weiße Rüben und unter Umſtänden auch die Möhren. Wenn man jedoch letztere Pflanzen(die Möhren) als Stoppelfrüchte bauen will, ſo muß der Same ſchon im Frühjahr in das Getreide

geſäet werden. Iſt der Stand des Getreides nicht zu dicht, verläßt 3*½