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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
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36 Viertes Kapitel. Die einjährigen Futterpflanzen.

dasſelbe das Feld etwas zeitig, und wird hernach der Boden gut von Unkraut gereinigt, behackt und mit Gülle gedüngt, ſo erhält man auf dieſe Weiſe noch ganz gute Wurzelerträge.

Der Ertrag hängt bei allen einjährigen Futterpflanzen vor⸗ erſt von der Witterung, dann aber von der Qualität und der Be⸗ arbeitung des Bodens und von der Düngung ab. Einige Arten verlangen eine ſtarke Düngung, ſo z. B. Mais, Runkelrüben. Alle ſind dankbar für eine gute Bearbeitung.

Während die perennierenden Futtergewächſe faſt ausſchließlich nur zwei Pflanzenfamilien angehören, der Familie der Gräſer (Gramineen) und der Familie der Schmetterlingsblütler(Papilionaceen), ſtammen die einjährigen aus ſehr verſchiedenen Familien, wie folgende Überſicht zeigt.

Gräſer(Gramineen): Grüngetreide, Grünmais, Mohrhirſe, Mohar. Schmetterlingsblütler(Papilionaceen): Saatwicke, Zottelwicke, Erbſe, Inkarnatklee, Serradella, Lupinen. Kreuzblütler(Cruciferen): Weißer Senf, Raps, Kohlarten. Knöterichgewächſe(Polygoneen): Buchweizen. Mierengewächſe(Alſineen): Spörgel. Schirmblütler(Umbelliferen): Möhre. Gänſefußgewächſe(Chenopodiaceen): Runkelrübe, Mangold.

Da ſie meiſt grün gefüttert werden, ſo werden ſie oft kurzweg als„Grünfuttergewächſe“ bezeichnet. Einige werden aber auch gedörrt, z. B. der Mohar. Mehrere Arten gehören zu den Wurzel⸗ gewächſen und dienen dann im Winter als Beifutter zu Heu (Runkelrüben, Kohlrüben, weiße Rüben, Möhren). Alle dieſe Pflanzen ſind von beſonders großer Bedeutung in trockenen, futter⸗ armen Jahren, als Erſatz des Heues und des Grünfutters der Wieſen⸗ und Kleeäcker. Sie heißen aus dieſem Grunde auch„Erſatz⸗ futterpflanzen.“ Sie werden deshalb in trockenen Jahren in großer Ausdehnung kultiviert, während ſie in guten Futterjahren weniger häufig angebaut werden. Da man aber im Frühjahr bei Beginn der Vegetation nicht wiſſen kann, wie die Futterernte aus⸗ fällt, ſo werden beſonders die Landwirte in den trocken gelegenen Gegenden des Tieflandes gut tun, zur Vorſicht ſtets derartige Pflanzen anzubauen. Wo man Stalffütterung hat, können ſolche Erſatzfutterpflanzen ſehr häufig im Sommer, zwiſchen dem zweiten und dritten Kleeſchnitt, wenn anderes Grünfutter fehlt, von Bedeu⸗ tung ſein. Namentlich ſei hier der Grünmais hervorgehoben.