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C. Die Unkrautſamen der Heublumen. 33
2 ½ Millionen Unkrautſamen ausgeſäet werden, die den Ertrag beeinträchtigen. Erſt dann können wir den höchſten Futterertrag von unſeren Grundſtücken erzielen, wenn die ausgeſäeten Samen frei von Unkäutern ſind und eine hohe Keimfähigkeit beſitzen. Je unreiner und ſchlechter das Saatgut, um ſo geringer der Ertrag.
Im Kanton Zürich, wo die Heublumen hie und da einen Handels⸗ artikel bilden, koſtet der Sack 1 bis 1,20 Mk.; zur Beſamung eines Hektars ſind 60 Säcke erforderlich, ſo daß ſich die Auslagen beim Ankauf der⸗ ſelben auf 60 bis 72 Mk. belaufen. Um den gleichen Preis könnte man aber reine und gute Gras⸗ und Kleeſamen zur Anſaat eines Hektars kaufen, ſo daß die Saat von Heublumen nicht nur nicht gut, ſondern auch teuer iſt.
Daß man bei Ausſaat von Heublumen nicht nur einen be⸗ deutend geringern Ertrag erhält, ſondern auch ſchlechteres Futter als bei geeigneten Grasmiſchungen, davon kann ſich jederman durch einen Ausſaatverſuch ſelbſt überzeugen.
Um nicht zu weitläufig zu werden, wollen wir nur die Stimmen einiger Praktiker hier hören, welche genaue Verſuche machten.
J. Blumenſtein in Erlach ſchreibt:„Die Heublumenſaat hat im Vergleich zu einer Grasmiſchung höchſtens die Hälfte Ertrag abgeworfen, trotzdem noch extra Gülle darüber geführt wurde.“— Großrat Klening in Witzwyl:„Da, wo ich Heublumen ſäete, kamen nur Unkräuter, infolge⸗ deſſen ich das Feld umpflügte.“— Witſchi in Hindelbank:„Zwei Miſchungen gaben pro Juchart 76 und 73 Zentner Heuertrag, die Heu⸗ blumen 56 Zentner.“— Sommi⸗Kohli in Ollon:„Aus den Heublumen wird bei uns nichts, mit der Miſchung konnte ich auf der Juchart eine
ſchwere Kuh das ganze Jahr ernähren.“— Franz Raſt in Neuenkirch: „Von der Grasmiſchung erhielt ich 68 Zentner Heuertrag pro Juchart, von den Heublumen 62, weil ſich hier ausnehmend viel Naturklee entwickelt hat.“— Jb. Werndli in Walliſellen:„Die Grasmiſchung gab einen doppelt ſo großen Ertrag als die Heublumen.“
Ähnlich ſprechen ſich viele andere Landwirte aus.
Solche Reſultate erzielte man in Gegenden mit gutem gras⸗ wüchſigem Boden, wie viel ungünſtiger werden ſie aber an Orten ausfallen, wo die Natur bei der Beraſung weniger mithilft!
Der Fortſchritt bei Anwendung der Heublumenſaat, gegenüber der natürlichen Beraſung, iſt alſo kein großer; in beiden Fällen iſt der Ertrag, namentlich in den erſten Jahren, ein ſehr mäßiger, das Futter iſt von geringer Qualität und mit einer Menge Unkräuter und minder⸗ wertiger Pflanzen untermiſcht. Natürlich gehört der Futterbau nicht zu den rentabeln Kulturen, wenn ein
Stebler. 5. Auflage. 3


