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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
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Drittes Kapitel. Die Heublumenſaat. 23

Drittes Kapitel.

Die Heublumenſaat.

Unter dem NamenHeublumen verſteht man die vom Dürrfutter abgefallenen Grasblüten, Ährchen und Samen, die mit allerlei kleinſpreuigen und erdigen Beſtandteilen vermiſcht ſind. Dieſe Heublumen werden ſehr häufig benutzt zur Anlage von Wieſen, erſtens weil man ſo nicht nötig hat, Geld für Saatgut auszugeben. Man rechtfertigt ſich damit,man müſſe dem Boden diejenigen Samen geben, welche er ſelbſt erzeugt habe. Ein anderer ſagt,wenn man eine ſchöne Dauerwieſe haben wolle, ſo müſſe man hierzu die Heublumen ebenfalls von einer Naturwieſe ernten. Wenn man aber glaubt, daß die von einer Wieſe erzeugten Heublumen botaniſch gleich zuſammengeſetzt ſind, wie der Raſenbeſtand derſelben, ſo iſt man in einem gewaltigen Irrtum, denn man ſchneidet die Wieſe zu einer Zeit, da die guten Gräſer blühen. Die Heublumen können deshalb nur ſolche Samen enthalten, die zur Zeit der Ernte reif ſind oder deren Blüten auch in unreifem Zuſtande leicht abfallen. Die guten Futterpflanzen haben aber um dieſe Zeit in der Regel noch keine oder ſehr wenige reife Samen; dies iſt nur der Fall bei ganz frühen Arten, welche meiſt zu den Unkräutern zu rechnen ſind. Aus dieſem Grunde be⸗ ſtehen die Heublumen, neben den lebloſen Elementen, zum größten Teil aus Unkrautſamen und Samen von minderwertigen Arten, und die guten Arten bilden in der Regel einen ſehr geringen Prozent⸗ ſatz. Heublumen von ſchlechten, verunkrauteten Wieſen enthalten ſelbſtverſtändlich mehr Unkrautſamen als ſolche von Wieſen, die wenig Unkraut enthalten. Die Heublumen vom zweiten Schnitt be⸗ ſitzen mehr Unkrautſamen als ſolche vom erſten Schnitt.

Wir unterſuchten eine ſehr große Zahl von Heublumen⸗ muſtern und laſſen, ohne Auswahl, zum Belege des Geſagten die ſummariſchen Reſultate einiger weniger hier folgen.