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Der rationelle Futterbau : praktische Anleitung für Landwirte und für den Unterricht an landw. Lehranstalten / von F. G. Stebler
Entstehung
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22 Zweites Kapitel. Die natürliche Beraſung.

Wenn der Dünger zur vollen Wirkung gelangen ſoll, ſo muß der Raſenbeſtand aus guten, ertragreichen Futterpflanzen beſtehen; je ſchlechter die Pflanzen, deſto ſchlechter verwertet ſich der Dünger, je beſſer der Beſtand, deſto höher die Rendite des Düngers.

Hier ein Beiſpiel einer ſolchen Wieſe!

1881 wurde auf einer Parzelle italieniſches Raigras und Klee ge⸗ ſäet. Nach fünf Jahren fand ſich folgender Beſtand:

Fünfjährige Wieſe, entſtanden durch natürliche Beraſung nach italieniſchem Raigras, im Garten des Altersaſylszum Wäldli in Zürich; 450 m ü. M. Unterſucht den 7. Mai 1886. Eine Durch⸗ ſchnittsprobe enthielt:

07 o M Löwenzahn.................... 88,4 G Gräſer....................... 6,7 U Kräuter(Zaunwicke, Maßliebchen, Spitzwegerichh... 4,0 G Rotklee........................ 0,9 100,00 G= Gute Futterpflanzen= 7,6%. M= Minderwertige 88,4 U= Unkräuter= 4,0

Der Raſen beſteht alſo zu aus Löwenzahn..

Solche Wieſen gibt es Hunderte und aber Hunderte; ſie wären aber lange nicht ſo häufig, wenn ſich der Landwirt bei der Wieſenanlage den beabſichtigten Zweck genauer vergegenwärtigen und für länger dauernde Wieſenanlagen auch dauernde Gräſer ver⸗ wenden würde.

So ſehen wir, daß die natürliche Beraſung bei der Wieſenanlage in dieſer oder jener Form häufiger an⸗ gewendet wird, als man glaubt, daß es aber ein großer wirtſchaftlicher Fehler iſt, wenn ſich der Landwirt auf dieſelbe verläßt. Wenn man den größten Futterertrag von beſter Qualität erzielen will, ſo muß man der Natur zuvorkommen und jene Arten ausſäen, die für den be⸗ treffenden Fall gerade paſſen. Die natürliche Beraſung wird zwar nach wie vor ihren Einfluß geltend machen, aber immerhin iſt dieſer kein ſo großer, als wenn man ihr von vornherein das ganze Feld überläßt.