Natürliche Beraſung nach kurzlebigen Gräſern. 21
. w e6 Übertrag 87,39 Verſchiedene Familien.. 12,61 I Spitzwegeric... Plantago lanceolata...... 5,84 U Gemeine Braunelle Brunella vulgaris....... 4,73 U Wieſenſkabioſe. Knautia arvensis....... 1,43 U Scharfer Hahnenfuß. Ranunculus acris..... 0,57 U Weiches Labkraut.. Galium Mollugo-.... 0,02 U Wilde Möhre... Daucus Carota... 0,02 100,00 00 G= Gute Futterpflanzen= 34,43%. M= Minderwertige„ 20,09„ U= Unkräuter= 45,48„
Natürliche Beraſung nach kurzlebigen Gräſern.
Der Hans, der Heiri, der Joggi, der Peter, der Friedli, der Toni und wie ſie alle heißen, die Tauſende und aber Tauſende, welche meinen,„Gras“ ſei„Gras“, gehen zum Krämer und ver⸗ langen„Grasſamen“. Der gewöhnliche Krämer hat aber nur eng⸗ liſches oder italieniſches Raigras. Der Bauer kauft nun davon und ſäet es aus, vielleicht in Miſchung mit Klee, in der Meinung, das Beſte getan zu haben, was möglich ſei. Welche Beobachtungen macht er nun? Er erzielt ein, vielleicht zwei Jahre ziemlich gute bis ſehr gute Erträge, dann aber hört es auf. Weder das italieniſche, noch das engliſche Raigras ſind eben dauernde Gräſer, ſondern ſie verſchwinden nach 1 bis 2 bis 3 Jahren, und nun macht ſich die natürliche Beraſung geltend; aber der Ertrag iſt ſehr ge⸗ ring. Der Bauer ſchimpft auf den Krämer, ſchimpft auf das Gras und den Wanderlehrer, der über den Kunſtfutterbau predigt, bedenkt aber nicht, daß er ſelbſt der Sünder iſt. Er überdüngt die Wieſe, kommt mit Gülle oder Miſt ein⸗, zweimal und will„mit Gewalt“ das Gras aus dem Boden heraustreiben,— aber alles Düngen hilft nichts. Statt daß gute Gräſer zum Vorſchein kommen, nimmt der Löwenzahn immer mehr zu. Der Mann verſchwendet den Dünger förmlich, aber,„wo nichts iſt, hat der Kaiſer das Recht verloren“, wo keine guten Gräſer vorhanden ſind, kann der Dünger nicht zur Wirkung kommen; es iſt als ob man ihn auf eine Steinwüſte brächte.
„Aus einem Ochs gibts nie eine Milchkuh!“


