190 Aufſtellung eines Düngungsplans f. eine vollſtänd. Rotation
6. Frucht: Hafer. Kalibedarf: 156 kg. Da es dem Hafer leicht wird, Kali dem Bodenvorrat zu entnehinem ſo genügt eine Düngung von 100 kg Kali. 8 Zuſammengenommen werden nach vorſtehendem Plan
gegeben: 1143 kg Kali, und der Bedarf der Pflanzen beträgt 1318 kg Kali. Die fehlenden 175 kg Kali kann der Bodenvorrat liefern.
E⸗ bleiben noch die Stickſtoffgaben
feſtzuſtellen, und ich frage: Können wir die zu verwenden⸗ den ⸗Stickſtoffmengen in derſelben Weiſe ermitteln, wie wir die Kali⸗ und Phosphorſäuregaben feſtgeſtellt haben? Nein. Wie ſchon in einem früheren Abſchnitt dieſer Schrift bemerkt, läßt ſich bezüglich des Stickſtoffs eine Gleich⸗ gewichtsrechnung nicht ausführen. Stickſtoff geht aus dem Boden verloren und wird im Boden gewonnen. Bak⸗ terien führen dem Boden Stickſtoff zu und entführen ihm Stickſtoff. Tau und Regen bringen Stickſtoff, und das Untergrundwaſſer entführt Stickſtoff. Eine Bilanz aber können wir nicht aufſtellen, weil die Größe von Verluſt und Gewinn nicht zu ermitteln iſt.
Ein ganz anderer Weg muß hier eingeſchlagen werden. Es muß einerſeits überlegt werden, wie hoch der Ertrag unter den vorliegenden Verhältniſſen ſein wird, wenn kein Stickſtoffſalz zur Verwendung kommt, und es muß anderer⸗ ſeits ein beſtimmter Ertrag als Ziel geſetzt werden. Die Differenz zwiſchen beiden ergibt die zu erzielende Ertrags⸗ ſteigerung, und es bleibt dann zu berechnen, wie viel Stick⸗ ſtoffſalz erforderlich iſt, um dieſe Ertragsſteigerung zu be⸗ wirken.
Auf ſolcher Grundlage gelangt man zu folgendem Düngungsplan:


