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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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168 Weiche Düngermengen find; zu verwenden?

als dem Nährſtoffbedarf des zu erwartenden Geſamt⸗ ertrages entſpricht. Dieſe Forderung iſt zu beachten, denn

ſie bildet eine Ausnahme von der Regel. Sie gilt nur füüur den Weinberg und nicht für den Acker. Auf dem Acker

zeigen die einzelnen Pflanzen auch bei weitem nicht die großen Ertragsunterſchiede wie auf dem Weinberg. Halten wir alſo einen Bedarf von 100 kg Kali, 80 kg Stickſtoff und 30 kg Phosphorſäure auch für die geringer tragendon

Weinberge feſt und überlegen wir weiter.

Man gibt, wie wir angenommen haben, dem Wein⸗ berg 500 d Stallmiſt für drei Jahre, für das Jahr alſo 170 dz. In dieſer Düngung ſind 85 kg Kali, 60 kg Phosphorſäure und 85 kg Stickſtoff enthalten.

Wir wollen überlegen, ob dieſe Mengen genügen. Zunächſt:

3. Die Kalifrage.

Der Weinberg bedarf 100 kg Kali, aber nur 85 kg werden ihm durch 170 dz Stallmiſt geliefert. Iſt der Miſt kaliarm, ſo erhält er noch weniger, vielleicht nur 80 oder 75 kg Kali. Erwägt man überdies, daß vom Kali⸗ vorrat des Bodens jährlich um ſo viel verloren geht, wie das durch den Boden ſickern de und abfließende Waſſer Kali aufgelöſt enthält, ſo darf man annehmen, daß eine jährliche Düngung von 1.u dz 40% igem Kaliſalz ſich empfiehlt, falls der Boden nicht ausnehmend großen Kali⸗ vorrat beſitzt.

4. Die Phosphorſäurefrage. Der Weinberg bedarf jährlich 30 kg Phosphorſäure. Durch 170 dz Stallmiſt werden ihm 60 kg, alſo doppelt ſo viel als er bedarf, zugeführt und da die Phosphorſäure des Stallmiſtes von der Pflanze auch leicht aufgenommen