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FWeinberge. 167
Wir haben als mittlere, in der Praxis übliche Dün⸗ gung 500 dz Stallmiſt für drei Jahre, alſo 170 dz auf ein Hektar und ein Jahr angenommen und als jährlichen Nährſtoffbedarf des Weinberges 100 kg Kali, 80 kg Stick⸗ ſtoff und 30 kg Phosphorſäure. Hierbei iſt ein Ertrag von 150 dz Trauben vorausgeſetzt. Dieſer Ertrag aber. wird, wie oben bereits hervorgehoben, nur ſelten erreicht. Wir haben bei unſern Verſuchen nur einen einzigen Wein⸗ berg gefunden, auf welchem der Ertrag bis zu 130 dz Trauben geſteigert werden konnte. In anderen Lagen wurden ſelbſt bei reichlichſter Düngung nicht mehr als 60 dz Trauben erzielt. Soll man nun unter Verhältniſſen, unter welchen der Höchſtertrag etwa 60 dz Trauben be⸗ trägt, entſprechend weniger düngen? Nein, und zwar aus folgendem Grunde nicht.
Wenn 1 ha Weinberg mit etwa 10 000 Stöcken be⸗ ſtanden iſt und er 60 dz Trauben liefert, ſo entfällt der Rechnung nach auf jeden Stock ein Ertrag von 0,6 kg Trauben. In Wirklichkeit aber trägt nicht jeder Stock 0,6 kg Trauben. Man findet auf ſolchem Weinberge teils Stöcke, die gar nichts tragen, teils ſolche, die weniger oder auch etwas mehr als 0,6 kg Trauben liefern, teils ſolche, die erheblich mehr tragen als dem Durchſchnitt entſpricht, Stöcke, die 2, auch 3 kg Trauben liefern. Nun aber kommt es dar⸗ auf an, daß gerade dieſe ihrer Eigenart nach reichtragen⸗ den Stöcke genügend Nahrung finden. Die Düngung des Weinberges muß nicht den wenig tragenden, ſondern den viel tragenden Einzelſtöcken angepaßt ſein, damit dieſe nicht Hunger leiden. Wenn dieſe Stöcke alſo 1,5— 2 kg (entſprechend 150— 200 dz auf 1 ha) Trauben liefern, ſo wäre es verkehrt, wenn man ſo düngen wollte, daß ſie nur 0,6 kg Trauben erzeugen können. Die Weinberg⸗ düngung iſt aus dieſem Grunde reichlicher zu bemeſſen,


