Weinberge. 169
wird, ſo darf man annehmen, daß eine für drei Jahre gegebene Düngung von 500 dz Stallmiſt den Phosphor⸗ ſäurebedarf des Weinbergs in der Regel deckt.
5. Die Stickſtoffrage.
Der Weinberg bedarf 80 kg Stickſtoff. In 170 dz Stallmiſt ſind, wenn der Gehalt des Stallmiſtes normal iſt, 85 kg Stickſtoff enthalten. Der Stickſtoffbedarf des Weinberges würde alſo durch dieſe Stallmiſtdüngung ge⸗ deckt ſein, wenigſtens der Rechnung nach. Aber auch in Wirklichkeit? Nein. Wenigſtens nicht in allen Fällen. Der Stickſtoff des Stallmiſtes iſt den Pflanzen ſchwer zu⸗ gänglich und ein großer Teil des Stallmiſtſtickſtoffs geht unter Umſtänden dem Boden verloren. Schon beim Streuen und Breiten des Stallmiſtes verdunſtet Ammo⸗ niak, und derjenige Teil des Stallmiſtſtickſtoffs, der wäh⸗ rend der Herbſtmonate ſich in Salpeterſäure verwandelt und dadurch frei beweglich im Boden wird, folgt dem Waſſer, das im Herbſt, im Winter und im zeitigen Früh⸗ jahr durch den Boden ſickert und ſich dem Grund⸗ oder Quellwaſſer beimengt; er geht damit dem Rebſtock ver⸗ loren. Dieſe Verluſte ſind um ſo größer, je abſchüſſiger der Weinberg liegt, je durchläſſiger und je quelliger der Boden iſt. Für Niederungslagen mögen die jährlich ein⸗ gebrachten 80 kg Stallmiſtſtickſtoff mitunter ausreichen. Bei Berglagen reichen ſie in der Regel nicht. Salpeter⸗ ſtickſtoff oder Ammoniakſtickſtoff muß hier zugegeben wer⸗ den, wenn Höchſterträge erzielt werden ſollen und wenn man den Weinſtock lange Zeit ertragreich erhalten will. So hat die praktiſche Erfahrung es ergeben und ſo haben Düngungsverſuche es beſtätigt. Faſt überall, wo Handels⸗ dünger von Wirkung geweſen ſind, da ſind es in erſter Linie Stickſtoffdüngungen geweſen, die den Traubenertrag


