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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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164 Welche Düngermengen ſind zu verwenden?

die wir auf Weinbergen zu Schloß Reinhartshauſen bei Erbach im Rheingau ausgeführt haben, wurden auf dem einen Weinberg nur 67 dz, auf dem anderen nur 58 d, auf dem dritten nur 50 dz Trauben als Höchſtertrag er⸗ halten, und man darf annehmen, daß ein Traubenertrag von 80 dz vom Hektar ſchon als ſehr gut, ein Ertrag von 40 dz als Mittel, in manchen Qualitätslagen ſchon ein Ertrag von 30 dz als Mittel gelten kann.

Der von uns feſtgeſtellte Nährſtoffbedarf eines Hektar Weinbergboden, der ſich auf den Ausnahmeertrag von 270 dz Trauben bezieht, müßte alſo etwas reduziert werden.

Nimmt man 150 dz Trauben als erzielbaren Höchſt⸗ ertrag für die Praxis an, ſo vermindert ſich der auf die Trauben entfallende Nährſtoffbedarf um 42 kg Kali, 25 kg Stickſtoff und 10 kg Phosphorſäure. Ein Ertrag von 150 dz Trauben, 32 dz Holz und 29 dz Blättern würde alſo 109 kg Kali, 100 kg Stickſtoff, 32 kg Phos⸗ phorſäure erfordern. 4 1 Aber noch eins iſt zu berückſichtigen. Ein weſentlicher Anteil der Nährſtoffe entfällt auf das Reblaub, und das Reblaub bleibt auf dem Boden liegen. Nur ein geringer Teil wird in Form von Rebgipfeln entfernt. Die im abfallenden Laub enthaltenen Nährſtoffe verbleiben alſo zum großen Teil dem Weinbergboden, und wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir etwa der im Reblaub enthaltenen Nährſtoffe vom Nährſtoffentzug bzw. vom Nährſtoffbedarf eines Weinberges in Abzug bringen. Tun wir dies, ſo bleiben von dem oben auf 109 kg Kali, 100 kg Stickſtoff und 32 kg Phosphorſäure berechneten Bedarf 95 kg Kali, 84 kg Stickſtoff, 28 kg Phosphorſäure, und wir kommen zu dem Ergebnis, daß bei einem Höchſtertrag von 150 dz Trauben dem Weinberg auf ein Hektar rund