160 Welche Düngermengen ſind zu verwenden?
urteilen, ob die verwendeten Phosphorſäuregaben reichen dder nicht. Andererſeits aber kann es auch vorkommen, daß durch das zufließende Waſſer zugleich Phosphorſäure zugeführt wird, vielleicht Schlammaſſen abgeſetzt werden, die reich an Phosphorſäure ſind. Iſt das der Fall, ſo kann
8 man die Düngung entſprechend beſchränken, während ſie
wiederum geſteigert werden muß, wenn ſich viel Eiſenoxyd im Wieſenboden findet, das zur Bildung von ſchwer lös⸗ lichem Eiſenphosphat Anlaß gibt. Nicht ausgeſchloſſen ſind endlich die Fälle, in welchen ſo phosphorſäurereiche Böden vorliegen, daß ſchon ohne Verwendung von Thomasmehl ein Heu erhalten wird, das 0,65% Phosphorſäure enthält und Phosphorſäuredüngungen wirkungslos bleiben. Liegt
4 ſolcher Fall vor, ſo kann man die Thomasmehlgaben
mäßigen, weniger erſetzen als man entzieht, alſo Raubbau treiben. Unerläßlich aber iſt in ſolchem Fall alle paar
Jahre oder beſſer noch in jedem Jahre eine Heuanalyſe
ausführen zu laſſen, um zu prüfen, ob und in welchem
Maße der Phosphorſäuregehalt des Heus ſinkt und eine
vermehrte Phosphorſäuredüngung notwendig erſcheint.
Weinberge. Wie die Düngung der Wieſen, ſo iſt auch die Dün⸗ gung der Weinberge weſentlich einfacher als die der Acker. Die Pflanzenart wechſelt nicht. Das Düngebedürfnis iſt gleichbleibend, und es macht keine Schwierigkeit, die jähr⸗ liche Entnahme an Stickſtoff, Phosphorſäure und Kali feſt⸗ zuſtellen, um danach die aufzuwendenden Mengen von
Duüngemitteln zu bemeſſen. Mit ſo einfachen Verhältniſſen
zwar wie bei der Wieſendüngung haben wir es hier nicht zu tun, denn der jährliche Ertrag an Holz, Blättern und Trauben iſt nicht ſo leicht zu ermitteln, wie der an Wieſen⸗ heu, und der Wieſenertrag iſt auch bei weitem nicht ſo


