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Die Phosp rſäuredüngung der Wieſen. 159
Geſetzt nun, man habe eine Wieſe vor ſich, die ſo arm iſt, daß Phosphorſäuredüngung erhebliche Ertragsſteigerun⸗
gen bringt, mit wieviel Phosphorſäure iſt ſolche Wieſe zu
düngen? Antwort: Mit erheblich mehr Phosphorſäure als der Rechnung nach nötig ſein würde. Und ſolche „Überſchußdüngung“ iſt ſo lange zu wiederholen, bis der Boden geſättigt iſt, d. h. bis das Heu einen Gehalt von 0,65% Phosphorſäure ſelbſt bei reichlicher Kalidüngung aufweiſt und der Heuertrag nicht ſinkt, wenn etwa mehrere Jahre hintereinander die Phosphorſäuredüngung unter⸗ laſſen wird. Einer phosphorſäurearmen Wieſe, die bei reichlicher Düngung etwa 80 dz Heu erbringen kann, muß man drei oder vier oder fünf Jahre lang 6 bis 8 bis 10 dz Thomasmehl geben, um Höchſterträge und Höchſt⸗ gewinne zu erzielen. Dann erſt darf man auf 6, 5, zuletzt vielleicht auf 4 dz Thomasmehl herabgehen. Läßt der Ertrag ſich auf 100 dz Heu ſteigern, ſo gibt man nach er⸗ folgter Sättigung des Bodens etwa 5—6 dz Thomasmehl. Iſt die Wieſe trocken oder kalt, läßt ſich der Ertrag auf nicht mehr als etwa 50 dz Heu bringen, ſo wird man ſich auf eine jährliche Gabe von etwa 3 dz Thomasmehl be⸗ ſchränken können..
Zu dieſen Angaben bleibt noch folgendes zu bemer⸗ ken. Es kommt vor, daß die Wieſen ſtarken Überſchwem⸗ mungen ausgeſetzt ſind, viel Waſſer durch ihren Boden in Abzuggräben, Drainröhren, Untergrundſchichten fließt. Iſt der Wieſenboden in ſolchem Fall ſandig und kalkarm, hat er alſo wenig Bindungsvermögen für Phosphorſäure, ſo werden Phosphorſäureverluſte eintreten können, die durch die löſende Kraft des Waſſers verurſacht werden.
Solchen Verluſten hat man durch Verſtärkung der Thomas⸗
mehlgaben Rechnung zu tragen. Heuanalyſen werden in ſolchen Fällen wertvolle Anhaltspunkte bieten, um zu be⸗


