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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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Die Phosphorſäuredüngung der Wieſen. 157

nicht reichen. Man hat dem Boden, ſelbſt wenn er durch wiederholte reichliche Thomasmehldüngung mit Phosphor⸗ ſäure geſättigt ſein ſollte, nicht nur ſo viel Phosphorſäure zu geben, als der Rechnung nach die Erträge beanſpruchen, die man dem Boden genommen hat oder von ihm erzielen will, ſondern noch etwas mehr, denn man hat damit zu rechnen, daß mit dem Sickerwaſſer, das in den Unter⸗ grund oder in Gräben oder in Drainröhren fließt, auch etwas aufgelöſte Phosphorſäure verloren geht, und es iſt ferner damit zu rechnen, daß die Phosphorſäure des Tho⸗ masmehls nicht ſo ganz reſtlos ſchnell zur Wirkung kommt. Selbſt in dem feinſt gemahlenen Thomasmehl finden ſich gröbere Teile, die vielleicht erſt nach längeren Jahren ſich ſo weit zerſetzen, daß ſie ihre Phosphorſäure den Pflanzen bieten. Wenn alſo die Rechnung ergeben hat, daß die Wieſe jährlich etwa 52 kg Phosphorſäure in ihren Er⸗ trägen liefert, ſo wird man ihr, ſelbſt wenn ſie ſchon eine längere Reihe von Jahren hindurch ſtarke Thomasmehl⸗ düngungen erhalten hat und dadurch mit Phosphorſäure geſättigt worden iſt, etwas mehr Phosphorſäure geben als der Rechnung entſpricht. Man wird eine Düngung von mindeſtens 4 dz Thomasmehl mit einem Gehalt von 16% Phosphorſäure geben müſſen.

Aber genügt dieſe Düngung in allen Fällen? Nein. Eine Wieſe, habe ich geſagt, ſoll man mit der angegebenen Phosphorſäuremenge düngen, ſelbſt wenn ſie durch wieder⸗ holte Thomasmehlgaben mit Phosphorſäure geſättigt iſt. Nun gibt es aber Wieſen, die noch nicht mit Phosphor⸗ ſäure geſättigt ſind, und dieſe bilden, ſoweit unſere Er⸗

fahrungen reichen, in vielen Gegenden die Regel. Alle

Wieſen, die wir für unſere Verſuche herangezogen haben, ſind ungeſättigt geweſen, ſie alle haben nach einer Phos⸗ phorſäuredüngung Ertragsſteigerung erbracht. Ich ver⸗