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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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nur 80 100 kg zuzuführen. Das übrige liefert der Boden, ſolange der Vorrat reicht. Als Norm aber nehme man

an, daß der Gehalt des von ſolcher Wieſe geernteten Heus nicht unter 2% Kali ſinken darf. Man ſieht alſo, daß auch in ſolchem Falle die chemiſche Analyſe ſehr wertvolle

Dienſte leiſtet. Bei der kaliarmen Wieſe gibt ſie Aufſchluß

über die Frage, ob die Kaligabe hoch genug bemeſſen ge⸗ weſen iſt, oder ob Steigerung der Kalidüngung noch weitere Ertragserhöhung in Ausſicht ſtellt. Bei der kali⸗ reichen gibt ſie Aufſchluß über die Frage, ob trotz unvoll⸗ ſtändiger Erſatzdüngung, trotz erheblichem Raubbau an Kali der prozentiſche Gehalt des Heus von Jahr zu Jahr auf gleicher Höhe ſich hält, oder ob er abnimmt und

unter den Sättigungspunkt, alſo unter 2% ſinkt, in wel⸗

chem Fall der Raubbau gemäßigt oder auch ganz beſeitigt, alſo voller Erſatz gegeben werden muß.

Logiſcherweiſe muß auf jeder Wieſe nach Jahren oder nach Jahrzehnten dieſer Zeitpunkt eintreten, und von Jahr zu Jahr gewinnt die Frage an Bedeutung, in welcher Form

ein voller Kalierſatz für diejenigen Wieſen gegeben werden ſoll, die 120 oder gar 150 dz Heu zu liefern imſtande

Die Phosphorſäuredüngung der Wieſen. 155

ſind. Die Kaliinduſtrie wird beſtrebt ſein müſſen, für

ſolchen Fall noch reineres Düngeſalz zu mäßigem Preiſe

zu liefern, als das 40% ige Salz es darſtellt, durch

welches mit je 100 kg Kali immer noch 50 60 kg Koch⸗

ſalz in den Boden gebracht werden.

Die Phosphorſäuredüngung der Wieſen.

Mit Kali und Phosphorſäure geſättigte Wieſenpflan⸗ zen liefern ein Heu, das 2% Kali und 0,65% Phosphor⸗ ſäure enthält. Je mehr der Gehalt unter dieſe Grenze ſinkt, um ſo größer iſt die Wahrſcheinlichkeit, daß verſtärkte

Kali⸗ und Phosphorſäuredüngungen weitere Ertragsſteige⸗