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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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150 Welche Düngermengen ſind zu verwenden?

Bei Wieſen aber, die ausnehmend arm an Kali ſind, im übrigen aber Verhältniſſe bieten, unter welchen der Ertrag durch Düngung ſehr erheblich geſteigert werden kann, ge⸗ nügt der Erſatz der entzogenen Kalimenge nicht. Die jährlich zu gebende Düngung muß erheblich ſtärker ſein als dem Entzug entſpricht. Hat man aber eine Wieſe vor ſich, deren Boden ſo reich an Kali iſt, daß ſchon ohne Düngung oder durch alleinige Phosphorſäuredüngung ſehr hohe Erträge an kalireichem Heu erzielt werden und der Ertrag verhältnismäßig wenig durch Kalidüngung ge⸗ ſteigert werden kann, ſo iſt, wie wir es bei der Ernſt⸗ 3 hofener Wieſe geſehen haben, der volle Kalierſatz nicht nur uunnötig, ſondern er kann ſogar nachteilig auf den Ertrag wirken. In ſolchem Fall iſt der Wieſe jährlich erheblich weniger Kali zuzuführen als man ihr durch den Ertrag entzieht, bis der Bodenvorrat ſo weit abgenommen hat, daß die Düngung verſtärkt werden und ſchließlich voller Erſatz gegeben werden muß.

Unſere Verſuche haben ferner gezeigt, daß die Er⸗ mittelung des prozentiſchen Kaligehaltes des von einer beſtimmten Wieſe geernteten Heus einen wertvollen An⸗ haltspunkt über die Frage gibt, ob der Ertrag der Wieſe durch verſtärkte Kalidüngung noch erheblich geſteigert wer⸗ den kann oder nicht. Auf Grund unſerer Ermittelungen habe ich folgende Sätze aufgeſtellt, die als Regel gelten dürfen:

1. Enthält das Wieſenheu bei ausreichender Dün⸗ gung mit Phosphorſäure erheblich mehr als 2% Kali, ſo iſt es überſättigt. Boden und Düngung haben den Pflan⸗ zen mehr Kali zugeführt, als zur Erzeugung des unter den gegebenen Verhältniſſen erzielbaren Ertrages not⸗ woendig war..

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