Die Kalidüngung der Wieſen. 149
Kaligehalt des geernteten Heus nach der überaus ſtarken Kalidüngung von 223,2 kg(dem im Vorjahre erfolgten Kalientzug entſprechend) 2,417% und der Ertrag hatte ſich um 1,1 dz Heu gegen den bei alleiniger Phosphorſäure⸗ düngung erhaltenen vermindert. Wir ſetzten im vierten und fünften Jahre die Kalidüngung ganz aus und erhielten im fünften Jahre auf den in den erſten drei Jahren mit Kali gedüngten Parzellen einen Mehrertrag von 10,7 dz Heu im Vergleich zu alleiniger Phosphorſäuredüngung, und als wir im 6., 7. und 8. Verſuchsjahre jährlich 120 kg Kali gaben(das war erheblich weniger als die Ernten entzogen hatten), erhielten wir im Mittel der drei Jahre durch Kalidüngung einen Mehrertrag von 11,2 dz Heu im Vergleich zu alleiniger Phosphorſäuredüngung, aber die Wieſenpflanzen waren infolge der ſtarken Düngung von 120 kg Kali immer noch erheblich überſättigt. Der mittlere Gehalt des in den drei letzten Verſuchsjahren ge⸗ wonnenen Heus betrug 2,313%. Der Ernſthofener Wieſenboden war mithin ſo reich an Kali, daß er den jährlichen vollen Erſatz des durch den Heuertrag entzogenen Kalis nicht nur nicht nötig hatte, ſondern ihn auch nicht ertrug. Der volle Erſatz wette ſchädlich. Er verminderte den Ertrag. Eine jährliche Düngung von etwa 80 kg Kali konnte unter den gegebenen Verhält⸗ niſſen— wenigſtens für eine Reihe von Jahren— als ausreichend angeſehen werden, während der jährliche Ent⸗ zug an Kali im Mittel der acht Verſuchsjahre nicht weniger als 176 kg betragen hatte.
Unſere Verſuche haben gezeigt, daß die erforderliche Stärke der Kalidüngung auf Wieſen im Vergleich zu der durch den Ertrag entzogenen Menge ſehr verſchieden ſein kann. Im Mittel der Verhältniſſe kann man rechnen, daß ein voller Erſatz der entzogenen Menge das richtigſte iſt.


