Druckschrift 
Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

148 Welche Düngermengen ſind zu verwenden?

müſſen. Die Hüttenfelder Wieſe, die ſo arm an Kali war, daß der Boden jährlich nur 11,5 kg Kali den Pflanzen lieferte, mußte mit erheblich mehr Kali ge⸗ düngt werden als dem Entzug entſprach. Eine jährliche Düngung von etwa 100 kg Kali mußte auf dieſer Wieſe als notwendig angeſehen werden um den Höchſtertrag zu erzielen. Ein ganz anderes Bild ſtellen uns die Ergebniſſe eines acht Jahre lang in Ernſthofen im Odenwald durchgeführ⸗ ten Verſuchs(Reihe 550) vor Augen. Wir hatten es hier mit verhältnismäßig kalireichem Lehmboden zu tun. Schon ohne Düngung lieferte die Wieſe im Mittel der acht Verſuchsjahre 60,5 dz Heu mit einem durchſchnittlichen Gehalt von 1,749% Kali und alleinige Phosphorſäure⸗ düngung konnten den Ertrag auf 76,9 dz Heu mit einem mmittleren Gehalt von 1,691% ſteigern. Bei dieſer Ver⸗ ſchsreihe ſollte der gleiche Plan, wie er bei der in Hüttenfeld⸗Seehof ausgeführten eingehalten war, befolgt werden. Im erſten Verſuchsjahre wurde eine Düngung von 127,9 kg Kali gegeben, im zweiten Jahre eine Dün⸗ gung von 129,2 kg Kali(dem Entzug des erſten Jahres entſprechend) und im dritten Verſuchsjahr wurde eine Düngung von 223,2 kg Kali(dem Entzug des zweiten Jahres entſprechend) verwendet. Aber es zeigte ſich, daß das nicht ſo weiter gehen konnte. Es durfte nicht der polle Erſatz des entzogenen Kalis gegeben werden. Die Duüngung war dann viel zu ſtark. Schon im 2. Verſuchs⸗ jahre ſtieg nach erfolgter Düngung von 129,2 kg Kali (dem Entzug des erſten Verſuchsjahres entſprechend) der Kaligehalt des geernteten Heus auf 2,508% und die Kali⸗ düngung wirkte nachteilig. Sie drückte den Ertrag im Vergleich zu alleiniger Phosphorſäuredüngung um 9,7 da Heu herab. Auch im dritten Verſuchsjahr betrug der