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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
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Die Stickſtoffdüngung der Wieſen. 145

3,8 dz Minderertrag und die Parzellen, die die ſtärkere Stickſtoffdüngung erhalten hatten, um 9,2 dz Minder⸗ ertrag im Vergleich zu den Parzellen erbracht, die niemals mit Stickſtoff gedüngt waren. Je ſtärker alſo die Stick⸗

ſtoffdüngung geweſen war, um ſo größer war auch der MNiinderertrag, den die Wieſe nach eingeſtellter Stickſtoff⸗

düngung erbrachte.

Erwägt man dieſe ſieben verſchiedenen Möglichkeiten, die unter ſich wieder Übergänge bilden und auf der gleichen Wieſe je nach Pflanzenbeſtand, Pflanzenentwicklung, Dün⸗ gung, Jahreswitterung wechſeln können, ſo wird man er⸗ kennen, daß die Erfolge einer Stickſtoffſalzdüngung auf

Wieſen außerordentlich verſchieden, ſehr wechſelnd und ſehr

unſicher ſind, alſo durchaus nicht für jeden Fall mit Be⸗ ſtimmtheit vorausgeſagt werden können. Auf dem Ge⸗ treidefeld, auf dem Kartoffel⸗ und Rübenacker liegen die Verhältniſſe einfacher und beſtimmter. Wir haben es hier 4 nur mit Stickſtoffzehrern zu tun; ein beſtimmtes Maß der Stickſtoffdüngung liefert uns, wenn die Verhältniſſe normal ſind, einen beſtimmten Mehrertrag. Die Sicherheit aber, mit der wir bei der Salpeterdüngung der Wieſe auf den 8

normalen Mehrertrag rechnen können, iſt viel geringer

und der erzielte Gewinn in der Regel viel kleiner als auf dem Getreideacker. Im Mittel von 15 Verſuchsreihen, die 3 bis 5 bis 6 Jahre durchgeführt wurden, hat eine Düngung von je 2 dz Natronſalpeter auf den Hektar einen Mehrertrag von 6,8 dz Heu erbracht. Das macht auf je 1 da Natron⸗ ſalpeter nur 3 4 dz Heu, alſo nur halb ſo viel als der Rechnung entſpricht. Man dünge alſo nicht ohne weiteres jede Wieſe mit Stickſtoff. Die Ausführung von Verſuchen iſt in jedem Falle notwendig, um zu erfahren, ob auf der vorlis egenden Wieſe Wagner, Düngemittel. Siebente Auflage. 3 3 10