Die Stickſtoffdüngung der Wieſen. 14 3
3. Fall. Die Wieſe iſt vorzugsweiſe mit Gräſern be⸗
ſtanden, vom Klee findet ſich ſehr wenig. Der Salpeter⸗ ſttickſtoff wird in faſt ganzer Menge von den Gräſern auſ⸗
genommen, und dieſe liefern entſprechenden Mehrertrag. Je 1 dz Natronſalpeter erzeugt dann der Rechnung nach 6— 7 dz Heu. Im Mittel der praktiſch vorkommenden Verhältniſſe aber wird man auf einen Mehrertrag von nur
4— 5 dz Heu rechnen können.
4. Fall. Die Wieſe iſt mit Gräſern und mit gut entwickeltem Klee beſtanden. Die Gräſer nehmen einen Teil des Salpeters auf und liefern entſprechenden Mehr⸗ ertrag. Die Kleearten nehmen den anderen Teil des Sal⸗ peters auf, liefern aber keinen Mehrertrag, weil ſie bereits kräftig entwickelt ſind und eine reichliche Aufnahme von Luftſtickſtoff ihnen keine Schwierigkeit macht. Die Auf⸗ nahme von Salpeterſtickſtoff hat bei ihnen keinen weiteren
Erfolg, als daß ſie um ſo viel weniger Luftſtickſtoff ſammeln,
als ſie Salpeterſtickſtoff aufgenommen haben. Das End⸗
ergebnis iſt, daß die Ertragsſteigerung erheblich geringer
ausfällt, als der Rechnung entſpricht.
5. Fall. Gräſer und Kleearten nehmen den Sal⸗ peterſtickſtoff auf, aber ſie liefern keinen Mehrertrag, weil Kleebakterien und Bodenbakterien auf der betreffenden Wieſe ſo tätig ſind, daß durch ſie ohne jede Schwierigkeit ſo viel Stickſtoff geliefert werden kann, als die Pflanzen zu verarbeiten imſtande ſind. Die Stickſtoffdüngung hat in dieſem Falle keinen anderen Erfolg, als daß aus der atmoſphäriſchen Luft um ſo viel weniger Stickſtoff auf⸗ genommen wird, als der Salpeter den Pflanzen bietet. Das Endergebnis iſt, daß die Salpeterdüngung keinen Mehrertkag bringt. I
6. Fall. Gräſer und Kleearten nehmen den Sal⸗
peterſtickſtoff auf. Die Gräſer entwickeln ſich infolgedeſſen


