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Anwendung künstlicher Düngemittel / Paul Wagner
Entstehung
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142 zu wie auf dem Getreideacker. 3ch wil ſieben verſchiedene Fälle anführen, die eintreten können, wenn die Wieſe m mit Salpeterſtickſtoff gedüngt wird.

1. Fall. Gräſer und Kleearten nehmen den Sal⸗ peterſtickſtoff auf. Die Gräſer entwickeln ſich dadurch ſchneller und geben höheren Ertrag. Aber auch die Klee⸗ arten wachſen unter dem Einfluß des von ihnen auf⸗ genommenen Salpeterſtickſtoffs ſchneller und werden infolge ihrer ſchnelleren und kräftigeren Entwicklung befähigt, auch vom Luftſtickſtoff mehr aufzunehmen und mehr zu ver⸗ arbeiten, als ſie es ohne Salpeterdüngung gekonnt hätten. Der Salpeter übt hier außer der direkten noch eine günſtige indirekte Wirkung aus, und nicht nur die Gräſer, ſondern auch die Leguminoſen wie man es mitunter ja auch bei der Stickſtoffdüngung von Bohnen und Erbſen erfahren hat bringen höheren Ertrag. Das Endergebnis iſt, daß der Natronſalpeter höheren Mehrertrag liefert, als der Rechnung entſpricht. Dieſer Fall kommt unſeren Erfahrun⸗ gen nach aber nur als ſehr ſeltene Ausnahme von der Regel vor.

2. Fall. Die Wieſe hat kalte Lage und bringt in⸗

38 folge ſpät einſetzender Vegetation geringen Ertrag. Recht⸗

zeitig gegebene Salpeterdüngung regt die Pflanzen an,

ſich zeitiger zu entwickeln, ſie erringen einen Vorſprung

gegen die nicht mit Salpeter gedüngten. Dieſer Vorſprung befähigt die Pflanzen, die eintretende wärmere Witterung beſſer auszunutzen als die ungedüngten. Der von ihnen erreichte Vorſprung verſtärkt ſich und hält bis zur Ernte⸗ nahme an. Es wird ein Mehrertrag gewonnen, der in⸗ folge der zugleich indirekten Wirkung der Salpeterdüngung größer iſt, als der Rechnung entſpricht. Auch dieſer Fall kommt unſeren Erfahrungen nach nur als ſeltene Aus⸗ nahme von der Regel vor.